Warum die Profis bereits auf fallende Kurse spekulieren

Brexit Flaggen Stein – shutterstock_442032913 Delpixel

Die Bären stehen in den Startlöchern: Es deuten sich Doppeltops in den großen Indizes an. Auch der DAX kann davon betroffen sein. (Foto: Delpixel / Shutterstock.com)

Wollen Sie jetzt noch in die Bärenmarktrallye einsteigen? Genau an diesem Zeitpunkt machen viele Kleinanleger teure Fehler. Denn die großen Indizes signalisieren, dass es schon bald wieder abwärts gehen kann. Die folgenden Charts werden Ihnen zeigen, warum wir ab sofort eher Potential auf der Unterseite sehen. Das alles natürlich immer unter der Voraussetzung, dass es keine überraschende geopolitischen Lösungen gibt.

DAX: SKS und Abwärtstrendlinie

Der DAX hat sich seit dem Jahreswechsel ordentlich nach oben gearbeitet. Doch das Ende der Fahnenstange scheint erreicht. Das bestätigt auch der folgende Chart. Hier sehen wir die Schulter-Kopf-Schulter-Formation und eine bedeutende Abwärtstrendlinie. Als Bonus haben wir jetzt die Chance auf ein Doppeltop.

Die Bärenmarktrallye hat damit das große Ziel erreicht und auch die schon gestern gezeigte EMA-200 getroffen. Nach oben wäre natürlich jederzeit noch Luft, die 11.850 Punkte warten als nächstes größeres Ziel. Doch ob die Bullen wirklich noch genug Kraft haben, die Kurse weiter nach Norden zu drücken? Das wird der März zeigen.

Behalten Sie im Hinterkopf: Ende März kommt der Brexit. Zumindest offiziell. Wie ich schon geschrieben habe, gibt es immer Gerüchte, dass sich der Austritt aus der EU vielleicht doch noch in Luft auflöst. Sollten sich diese Gerüchte jedoch als Ente herausstellen, werden die Börsen wohl eher nachgeben, wenn es soweit ist.

Doppeltop beim S&P 500?

Wie Sie sehen, gibt es auch hier die Chance auf ein Doppeltop bei den aktuellen Kursen. Ein weiteres Indiz dafür, dass es demnächst Richtung Süden gehen kann.

In Blau habe ich Ihnen außerdem die EMA-200 eingezeichnet. In diesem Wochenchart sehen Sie, wie sehr diese Durchschnittslinie von Bedeutung ist. Dort startete die Bärenmarktrallye. Ein möglicher neuer Test der Linie ist nicht ausgeschlossen, bevor die Kurse wieder nach oben steigen. Jetzt müssen wir aber erst einmal abwarten, was der S&P 500 in den kommenden Wochen zeigt.

Sollte es wirklich erneut deutlich abwärts gehen, würden die Kurse im Frühling oder Sommer die EMA-200 wohl eher im Bereich um 2.500 bis 2.600 Punkte treffen. Wir könnten also ein höheres Tief ausbilden. So stark, wie die EMA-200 gerade ansteigt, wirkt ein erneuter Test an dieser Linie durchaus möglich. Denken Sie daran, wenn Sie gute Einstiegspunkte suchen.

Dow Jones ebenfalls mit möglichem Doppeltop

Das Muster des Schreckens setzt sich auch hier fort. Noch müssen wir uns ja nicht erschrecken, noch sind die Kurse einigermaßen stabil. Auch wenn die Indizes auf Wochensicht bereits schon etwas nachgegeben haben. Momentan spricht einfach vieles dafür, dass wir einen Abverkauf an den Doppeltops erleben. Wie lange dieser verläuft, lässt sich jetzt noch nicht sagen.

Die blaue EMA-200 ist hier zum Vergleich noch meilenweit entfernt vom Boden, der als Start der Bärenmarktrallye diente. Es ist also nicht immer ein perfektes Einstiegssignal. Zumindest nicht beim Dow Jones.

Fazit

Achten Sie in den kommenden Tagen und Wochen darauf, wie sich die großen Indizes verhalten. Eigentlich ist der März ist starker Börsenmonat. Doch nicht in jedem März gibt es einen Handelskrieg mit China und den USA oder einen bevorstehenden Brexit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Brexit Flaggen Stein – shutterstock_442032913 Delpixel

Brexit: Verhandlungen schon zu Beginn festgefahrenEU und Großbritannien verhandeln über ihre künftigen Handelsbeziehungen – und stehen schon jetzt vor scheinbar unlösbaren Problemen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.