Warum fundierte Analyse alles verändert

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Ein bekannter Name, eine aussichtsreiche Branche – für viele Privatanleger reicht das für ein Investment aus. Warum das teuer werden kann, erfahren Sie hier. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Nicht jede Aktie aus dem Pharma-Bereich ist ein Selbstläufer. Warum? Managemententscheidungen und die Produktpalette können dazu führen, dass auch trotz Bevölkerungswachstums und Alterung keine gute Perspektive für Aktien vorherrscht. Wie das dann konkret aussieht, zeigen wir Ihnen am Beispiel von Teva Pharma. Ganz nebenbei erfahren Sie so auch, wieso die gründliche Recherche das A und O ist.

Auf einzelne Branchen zu setzen, ist bestenfalls die halbe Miete. Aber nun zu Teva Pharma. Teva Pharmaceutical Industries wurde 1901 gegründet und ist heute ein globales Pharmaunternehmen mit Sitz in Israel. Der Konzern fokussiert sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Medikamenten, die ihren Patentschutz verloren haben, sog. Generika, aber auch patentgeschützte Medikamente und spezielle Markenpräparate. Teva ist das weltweit größte Unternehmen im Generikamarkt.

Wenn die ehemaligen Kassenschlager schwächeln

Teva schreibt nach wie vor tiefrote Zahlen. Nach 9 Monaten stand unter dem Strich ein Verlust von 1,1 Mrd $. Der Umsatz schrumpfte um 9,8%. Belastet haben Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen sowie Rückstellungen für laufende Opioid-Rechtsstreitigkeiten. In allen Regionen hat der Konzern weniger umgesetzt, vor allem die Märkte Russland und Japan schwächelten.

Seit Jahresbeginn hat Teva 39 Generika auf den Markt gebracht, darunter eine generische Version des populären EpiPen.Injektors des Konkurrenten Mylan zur Behandlung von Allergien. Dennoch gingen die Generika-Umsätze weltweit um 5,5% auf 6,83 Mrd $ zurück. Verantwortlich war nicht zuletzt der Preisverfall in Europa und den USA. Aber auch bei den Markenprodukten läuft es nicht rund. Copaxone verliert immer mehr Marktanteile an die generische Konkurrenz.

Der frühere Kassenschlager gegen Multiple Sklerose spülte nur noch 1,13 Mrd $ in die Kasse. Das sind 40% weniger als im Jahr zuvor. Bei anderen Markenprodukten wie Bendeka/ Treanda und ProAir brachen die Umsätze ebenfalls um 30% respektive 45% ein.

Dieser Schuldenberg wiegt schwer

Die Jahresziele wurden im Wesentlichen bestätigt: ein Umsatz von 17,2 bis 17,4 Mrd $ sowie ein bereinigter Gewinn von 2,30 bis 2,50 $ pro Aktie. Tatsächlich dürfte der Konzern das Jahr erneut mit einem Milliardenverlust abschließen. Teva muss dringend neue Markenprodukte auf den Markt bringen und die Kosten weiter senken, um in die schwarzen Zahlen und auf den Wachstumspfad zurückzukehren.

Zudem muss der Schuldenberg von 27 Mrd $ abgebaut werden. Angesichts dieser Gemengelage sehen wir bei der Aktie keine Chancen. Lassen Sie hier unbedingt die Finger weg  und schauen Sie künftig genau hin – beispielsweise mit Hilfe unserer umfangreichen Analysen!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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