Warum Griechenland noch nicht über den Berg ist

Vor der deutschen Bundestagswahl betonten die Finanzminister der Euro-Zone, dass nun selbst das Krisenland Griechenland auf einem guten Weg sei.

Nur ab und an wird darüber berichtet, dass die Lage vor Ort immer noch prekär ist.

Faule Kredite im Fokus

Jüngst wurde berichtet, dass die hellenischen Geldinstitute nach vielen Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs immer noch auf einem gigantischen Berg an faulen Krediten sitzen.

Hier reden wir immer noch über ein Volumen von 103 Mrd. €, also fast 60% der drastisch geschrumpften Wirtschaftsleistung.

Und nun fordert die EZB einen Abbau dieser Bestände um 38 Mrd. € bis Ende 2019. Ob und wie das gelingen wird, steht indes in den Sternen.

Hohe Verschuldung

Nach wie vor leidet die griechische Wirtschaft unter einer exorbitant hohen Verschuldung.

Die Staatsverschuldung liegt bei fast 180% der Wirtschaftsleistung und ist damit 3x so hoch, wie es die Maastricht-Regeln eigentlich erlauben.

Spannend wird werden, ob die internationalen Gläubiger im Sommer 2018 nach dem Auslaufen des 3. Rettungs-Pakets zumindest über Schulden-Erleichterungen nachdenken werden.

Hier wird es um Themen wie Fristen-Verlängerungen und dergleichen gehen.

Selbst der IWF verlangt ja schon seit geraumer Zeit, dass das krisengeplagte Land etwas mehr Luft zum Atmen bekommt.

Bevölkerung leidet stark unter Dauerkrise

Die normale griechische Bevölkerung leidet nach wie vor extrem unter der Krise: Die offiziell ausgewiesene Arbeitslosen-Quote liegt bei über 20%.

Fakt ist zudem, dass laut jüngsten Medienberichten, die sich auf Zahlen des hellenischen Arbeitsministeriums berufen, 60% der Beschäftigten in sogenannten „flexiblen“ Beschäftigungs-Verhältnissen „stecken“.

Sprich, diese Menschen arbeiten in Teilzeit oder Rotation und haben keinen Vollzeitjob. Der Anteil der „flexibel Beschäftigten“ stieg demnach im Oktober dieses Jahres auf 62%.

Konkret heißt das, dass von rund 2 Mio. Arbeitnehmern gut 1,1 Mio. ohne Vollzeit-Arbeitsvertrag beschäftigt waren.

Fazit und Ausblick

Ja, liebe Leser: Die griechische Krise hält nach wie vor an. Die Euro-Krise ist damit alles andere als beendet und gelöst.

Spätestens im Sommer 2018 wird das Thema Griechenland wieder auf die Agenda kommen.

Und dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dem deutschen Steuerzahler die Rechnung dafür präsentiert werden.

Das im Sommer 2015 beschlossene 3. Rettungs-Paket läuft ja dann „pünktlich“ nach der Bundestagswahl aus.

Darüber hinaus kommt hinzu, dass über die Schulden-Erleichterungen just im Sommer 2018 entschieden wird, in dem die Fußball-WM stattfindet – ein Schelm, wer insofern Böses dabei denkt…

17. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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