Warum Krisen gut für die Aktienmärkte sind

Immer wieder neue Unsicherheiten verhindern, dass unter den Anlegern Euphorie entsteht – eine gute Basis für weitere Kurssteigerungen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nach dem langen Pfingstwochenende startete der deutsche Aktienmarkt gestern etwas verschnupft in die neue Handelswoche.

Auslöser war die überraschend aufgekommene Krise im Nahen Osten.

Der Vorwurf, Katar finanziere die Terrorgruppe IS, setzte die Börsen am Golf unter Druck und sorgte auch den westlichen Märkten für Einbußen.

Krisen, immer wieder Krisen… Die unter den Anlegern „gefühlte“ Lage ist eher schlecht. Das wiederum ist gut für die Aktienmärkte.

ch will Ihnen heute erläutern, warum das so ist, und weshalb Sie sich durch diese immer wieder auftauchenden (politischen) Unsicherheiten nicht von Ihrem Kurs abbringen lassen sollten.

Trotz Krisen: Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist ungebrochen

Denn eben diese immer wieder neuen Krisen – ob echte oder nur „gefühlte“ – tragen aus meiner Sicht entscheidend dazu bei, dass die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fortsetzen und immer wieder neue Hochs erklimmen.

Der Bullenmarkt, der nach der Finanzkrise im Frühjahr 2009 begann, dauert nunmehr schon seit mehr als 8 Jahren an – zugegeben, das ist eine ungewöhnlich lange Zeit.

Dennoch: Wenngleich viele Crash-Propheten vor einem massiven Einbruch warnen, spricht die Markttechnik eine ganz andere Sprache: Der positive Trend ist weiterhin ungebrochen.

Erst in der vergangenen Woche markierten der heimische DAX wie auch die US-Indizes abermals neue Rekordhochs.

Skepsis ist eine gute Basis für Kurssteigerungen

Die Aktienkurse setzen ihren Weg nach oben fort, obwohl es in den vergangenen Jahren immer wieder Krisen und politische Unsicherheiten gab.

Denken Sie an die Schuldenkrise in Griechenland, die Ukraine-Krise, Syrien, die Sorgen um China oder im vergangenen Jahr der BrExit und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten!

Ist das nicht ein Widerspruch? – Nur auf den 1. Blick!

Denn eben diese Krisen und Unsicherheiten sorgen dafür, dass die Anleger den Märkten gegenüber nach wie vor eher skeptisch eingestellt sind.

Eben dieser Pessimismus ist eine gute Basis für Kurssteigerungen.

Die Börsianer sprechen in diesem Zusammenhang gerne von einer „Wall of Worries“; einer Mauer der Sorgen, an der die Aktienkurse nach oben klettern.

Keine Spur von Euphorie

Die Lage ist keineswegs so schlecht, wie die immer wieder neuen Unsicherheiten sie für viele Anleger erscheinen lassen. Weltweit ist die Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Im 1. Quartal haben die Unternehmen – sowohl in den USA als auch in Europa – die Gewinne so stark gesteigert wie seit mehreren Jahren nicht mehr.

Dennoch kommen bei den Anlegern v. a. die schlechten Nachrichten an. Eben diese sorgen dafür, dass die Stimmung gedämpft bleibt.

Bullenmärkte „sterben“ in der Euphorie. Davon ist an den Märkten aber nach wie vor nichts zu spüren.

Daher sehe ich gute Chancen, dass der 2009 begonnene Bullenmarkt noch eine Weile andauern wird.

Für Sie als Anleger bleiben Aktien 1. Wahl – trotz oder gerade wegen der immer wieder aufkommenden Unsicherheiten.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.