Warum Sie dem DAX einfach nicht trauen können

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Der jüngste Ausbruch über die 13.000er-Marke erweist sich als Fehlsignal – wieder einmal. (Foto: Deutsche Börse AG)

Bis Mitte letzter Woche sah es so aus, als wenn der DAX endlich alle Widerstände hinter sich lassen würde. Dass wir schon bald neue Rekordhochs sehen könnten.

Die 13.000er-Marke, seit inzwischen gut 12 Monaten viele Male Dreh- und Angelpunkt für den deutschen Leitindex, schien wieder einmal überwunden. Aber genau darin liegt das ganze Dilemma des DAX.

Ich zeige Ihnen heute, warum Sie den Signalen des deutschen Leitindex schon seit November 2017 einfach nicht mehr über den Weg trauen können.

Alles begann im November des vergangenen Jahres

Erinnern Sie sich noch? Nahezu den kompletten Oktober des vergangenen Jahres bemühte sich der DAX, die Marke von 13.000 Punkten zu überwinden. 3 Wochen lang pendelte der Index in einer Spanne von lediglich rund 180 Zählern – bis zum 26. Oktober 2017:

Dann brach er fulminant nach oben aus und marschierte in wenigen Tagen auf ein neues Rekordhoch von 13.525 Punkten. Doch ebenso fix ging es anschließend wieder in die andere Richtung:

Und hier begann das Dilemma für den DAX, das nun eine Fortsetzung zu finden scheint. Es war die erste Bullenfalle, der bis März dieses Jahres 3 weitere folgen sollten.

Das Momentum offenbart Ihnen die Wahrheit

Schauen wir uns das einmal gemeinsam in dem nachfolgenden Chart an:

DAX: Das Bullenfallen-Dilemma begann im November 2017

Sie erkennen die Bullenfalle anhand des im unteren Grafikteil eingeblendeten Momentums: Dieser Indikator gibt Ihnen bekanntlich Aufschluss über Schwung und Dynamik einer Kursbewegung.

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Das 50-Tage-Momentum hatte über einen Zeitraum von 2 Jahren diverse Hochpunkte ausgebildet. An der Verlängerung der beiden ersten miteinander verbundenen Indikatorspitzen (pinkfarbene Linie) endeten anschließend noch 3 weitere Tops des Momentums.

Der blaue Kreis kennzeichnet den Ausbruch des Indikators über die Widerstandslinie und kurz darauf den Rückfall darunter – die oben beschriebene erste Bullenfalle.

Zoomen wir nun in das Geschehen der letzten 12 Monate hinein, um die weitere Entwicklung besser zu sehen:

4 Bullenfallen in 5 Monaten

DAX: 4 Bullenfallen in 5 Monaten – und jetzt die fünfte

Trendbrüche im Momentum sind normalerweise verlässliche Chartsignale: Wird eine Trendlinie nach oben durchstoßen, generiert der beobachtete Markt ein Kaufsignal und umgekehrt ein Verkaufssignal.

Doch wie Sie anhand der gestrichelten roten Linien erkennen, erwies sich jeder der nachfolgenden Brüche von Abwärtstrendlinien (gelbe Kreise) ebenfalls als eine Bullenfalle.

Und damit sind wir bei der aktuellen Entwicklung angelangt: Der grüne Kreis kennzeichnet eine erneute Überschreitung der Widerstandslinie im 50-Tage-Momentum – und, wie Sie sehen, auch einen erneuten Rückfall.

Und damit erweist sich der jüngste Ausbruch des deutschen Leitindex über die 13.000er-Marke ein weiteres Mal als eine Bullenfalle. Und das heißt für Sie:

Sie können dem DAX derzeit einfach nicht trauen!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.