Inflation: Warum Sie keine Angst davor haben müssen

Die jüngsten Zahlen haben es gezeigt:

Seit Dezember ziehen die Inflationsraten deutlich an. Was bedeutet das für Sie als Anleger? Ich will Ihnen im Folgenden aufzeigen, warum Sie keine Angst vor Inflation haben müssen.

Inflationsraten ziehen kräftig an

Zunächst zu den Zahlen: Nachdem Inflation bis November vergangenen Jahres überhaupt kein Thema war, hat sich dies zuletzt geändert:

Im Dezember stiegen die deutschen Verbraucherpreise um 1,7%, im Januar sogar um 1,9%. Im Oktober und November letzten Jahres hatte die Preissteigerung noch jeweils 0,8% betragen.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in der Eurozone insgesamt:

Hier stieg die Inflationsrate zuletzt auf den höchsten Stand seit rund 4 Jahren.

Nach einem Anstieg von 1,1% im Dezember schnellten die Preise für Waren und Dienstleistungen im Januar sogar um 1,8% nach oben.

„Basis-Effekt“ bei den Energiepreisen fällt im Jahresverlauf weg

Der Preisanstieg wirkt jedoch nur auf den 1. Blick dramatisch.

Denn maßgeblich verantwortlich für die anziehenden Inflationsraten sind die Energiepreise. Diese nämlich stiegen in der Eurozone im Januar um satte 8,1%.

Die bereinigte Inflationsrate, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittel-Preise herausgerechnet werden, verharrte im Januar bei 0,9%.

Eines sollten Sie dabei ebenfalls berücksichtigen: Nach einem massiven Einbruch befanden sich die Energiepreise vor 1 Jahr auf einem extrem niedrigen Niveau.

So fiel der Preis für die Ölsorte Brent im Januar 2016 mit 33 Dollar auf den tiefsten Stand seit März 1999.

Weil die aktuellen Preise mit denen vor 1 Jahr verglichen werden, fällt der Anstieg jetzt besonders kräftig aus.

Da es bis zur Jahresmitte 2016 mit dem Ölpreis wieder deutlich bergauf ging, heißt das: Dieser „Basis-Effekt“ wird im weiteren Jahresverlauf wieder wegfallen.

Deflations-Gespenst ist vertrieben

Wirklich massive Preissteigerungen müssen wir also nicht befürchten. Die zuletzt anziehenden Inflationsraten sind kein Grund zur Sorge – im Gegenteil:

Sie zeigen, dass das Deflations-Gespenst vertrieben ist. Crash-Propheten, die vor einer Spirale fallender Preise gewarnt hatten, dürften jetzt erst einmal verstummen.

Tatsächlich ist eine Deflation das weitaus gefährlichere Szenario.

Denn wenn die Preise fallen, halten sich sowohl die Konsumenten als auch die Unternehmen mit neuen Investitionen zurück – einfach deshalb, weil sie davon ausgehen, dass die Preise weiter fallen.

Kommt so eine Deflations-Spirale erst einmal in Gang, ist sie nur schwer zu stoppen.

Aktien bleiben 1. Wahl

Doch die Gefahr einer Deflation ist jetzt vom Tisch.

Auf der anderen Seite bedeuten die anziehenden Preissteigerungen für Sparer, dass angesichts anhaltend niedriger Zinsen ihre Kaufkraft noch mehr schwindet.

Das wiederum spricht ganz klar für Aktien. Im aktuellen Umfeld gibt es weiterhin keine ernsthafte Alternative zu den Dividenden-Papieren.

Für Sie als Anleger bleiben Aktien also weiterhin die 1. Wahl.

8. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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