Warum Sie trotz Sommerflaute optimistisch sein können

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August und September sind die statistisch gesehen schwächsten Börsenmonate. Dennoch spricht viel für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Nach einer kurzen Verschnaufpause haben die Aktienmärkte in der zurückliegenden Handelswoche bereits wieder angezogen. Die schwachen Wirtschaftsdaten für das zweite Quartal, die ohnehin keine Überraschung waren, sind schon wieder abgehakt. Sie hatten die Aktienmärkte nur kurz belastet. Der DAX hat nach einem schnellen 1.000-Punkte-Rücksetzer nach oben gedreht und kratzt schon wieder an der 13.000er-Marke.

Wie geht es jetzt weiter? Die Saisonalität spricht zwar eher dafür, dass die Aktienmärkte nochmals etwas Luft holen. Überbewerten sollten Sie das jedoch nicht. Denn die Charttechnik spricht eine andere Sprache.

August und September sind die schwächsten Börsenmonate

In den Sommermonaten gönnen sich die Börsen häufig eine Auszeit. Zumindest war dies in der Vergangenheit oft der Fall, wie der Blick auf die Saisonalitäten zeigt. Die Monate August und September sind die einzigen im gesamten Jahresverlauf, in denen der deutsche Leitindex im Schnitt eine negative Rendite aufweist.

In diesem Jahr hat der August mit deutlichen Gewinnen begonnen. Seit Ende Juli hat der DAX fast 6% zugelegt. Statistisch gesehen ist der August jedoch der schlechteste Börsenmonat. In diesem Monat büßte der DAX seit 1988 im Schnitt 2,4% ein. Der zweite Börsenmonat mit einer negativen Rendite ist der September mit einem durchschnittlichen Minus von 2,2%. In allen anderen Monaten des Kalenderjahres weist der DAX eine positive Rendite auf.

Eine Erklärung dafür, dass sich die Aktienkurse in den Sommermonaten im Schnitt häufig etwas schwächer entwickeln, ist die Urlaubszeit. Viele Investoren machen Ferien und nehmen sich eine Auszeit von der Börse. Dadurch gehen die Handelsumsätze zurück. Das insgesamt geringere Handelsvolumen wiederum begünstigt größere Kursausschläge.

Sich komplett aus Aktien zu verabschieden ist keine Option

Grundsätzlich kann es für Sie als Anleger durchaus sinnvoll sein, die Saisonalitäten im Hinterkopf zu haben. Sich aufgrund der Statistik komplett aus dem Aktienmarkt zu verabschieden, ist aus meiner Sicht dagegen keine ernsthafte Option. Allein schon deshalb, weil Sie die Transaktionskosten beim Verkauf wie auch beim späteren Wiedereinstieg einkalkulieren müssen.

Möglicherweise bleibt ein Sommerloch aber ohnehin aus. Zum einen sind in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise weniger Investoren im Urlaub. Zum anderen hat der Aktienmarkt gerade erst einen kleinen Rücksetzer hinter sich gebracht. Davon abgesehen ist durch Corona in diesem Jahr ohnehin alles anders.

Die Charttechnik gibt grünes Licht für weitere Kurssteigerungen

Das Wichtigste ist jedoch: Die Charttechnik gibt unverändert grünes Licht für weitere Kurssteigerungen. Der DAX hat oberhalb seiner 200-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend anzeigt, nach oben gedreht und startet jetzt bereits einen neuen Angriff auf die 13.000er-Marke. Kann sich der Index im nächsten Anlauf über der runden Schwelle etablieren, ist der Weg bis zum Allzeithoch bei rund 13.800 Punkten frei.

Insgesamt spricht einiges dafür, dass sich der positive Trend auf mittlere Sicht fortsetzt. Deshalb gibt es keinen Grund, sich der Statistik wegen aus den Aktienmärkten zu verabschieden.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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