Warum wir bei K+S vorsichtig bleiben

Winterzeit ist Streuzeit. Doch nicht nur weil zumindest eine Sparte von K+S derzeit Hochkonjunktur hat, entwickelt sich die Aktie in diesen Tagen gut. Das Unternehmen ist einfach solide aufgestellt und blickt auch zunehmend positiv in die Zukunft, doch der Reihe nach.

Die K+S Gruppe gehört zur weltweiten Spitzengruppe der Anbieter von Spezial- und Standarddüngemitteln, Pflanzenpflege- und Salzprodukten.

Mit maßgeschneiderten Produkten und Marken bietet K+S der Landwirtschaft, der Industrie und den privaten Verbrauchern ein breites Leistungsangebot, das in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens Grundlagen für Wachstum schafft. Das Geschäft von K+S gliedert sich in die Segmente Düngemittel, Salz und ergänzende Geschäftsbereiche.

Umstrukturierung trägt erste Früchte

K+S hat die Talsohle immer noch nicht erreicht. Die Krise auf dem Kali-Markt hat ein großes Loch in das Zahlenwerk gerissen. Der größte Kali-Produzent hat mit seiner expansiven Mengen- und Preisstrategie die gesamte Branche stark beschädigt.

Durch die Überproduktion an Uralkali befanden sich die Verkaufspreise im freien Fall. Allerdings ist jetzt endlich eine Trendwende in Sicht. Es sollen nur noch Mengensteigerungen vorgenommen werden, wenn der Kalipreis durch die höhere Nachfrage stabil bleibt.

In den ersten 9 Monaten musste aber noch eine defizitäre Entwicklung hingenommen werden. Der Umsatz sank um 5,8% und der Gewinn um 18,8%. Der Durchschnittspreis für Kali- und Magnesiumprodukte notiert weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Das belastet die operativen Margen und macht das Geschäft unprofitabler.

Positive Preiseffekte konnten dagegen im nordamerikanischen Salzgeschäft verzeichnet werden. K+S ist optimistisch und trotz der schwierigen Marktbedingungen noch solide aufgestellt. Das im November 2013 aufgelegte Umstrukturierungsprogramm „Fit für die Zukunft“ konnte erste Erfolge erzielen.

Ziel ist eine bessere Anpassung der Kosten- und Organisationsstruktur sowie der Verwaltungs- und Vertriebsfunktionen an die globalen Marktgegebenheiten. Allein im Geschäftsjahr 2014 wurden rund 150 Mio € eingespart.

Es gibt bessere Alternativen

Vor diesem Hintergrund hat K+S seine Prognose für das gerade beendete Geschäftsjahr leicht angehoben. Bis 2016 sollen sich die Ersparnisse dann auf insgesamt 500 Mio € erhöhen.

Zuletzt profitierte die Aktie vom starken Gesamtmarkt. Dennoch sehen wir den Titel noch nicht als aussichtsreich und erwarten eine durchschnittliche Kursentwicklung. Noch immer leidet K+S unter Überkapazitäten im Düngemittelgeschäft. Die zuletzt besseren Zahlen sind erst ein Anfang.

Für Dividenden-Anleger bietet das Unternehmen immerhin eine Dividendenrendite von 1,9%. Das ist zwar in Ordnung, doch überwiegen bei K+S dennoch die Unsicherheiten. Derzeit gibt es langfristig bessere Titel – derzeitige Kursentwicklung hin oder her.

5. Februar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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