Was Börsenlegende Warren Buffett aktuell empfiehlt

Der deutsche Leitindex DAX konnte auch heute den Aufwärtstrend fortsetzen und legte um gut 0,6% zu. Zwischenzeitlich übersprang der DAX die 9.800-Punkte-Marke, am Ende des Handelstages waren es noch 9.776 Punkte.

Gestern habe ich hier im „Schlussgong“ über den Brief berichtet, den Investoren-Legende Warren Buffett einmal pro Jahr an seine Aktionäre bzw. die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway schreibt. Auch habe ich über die 2015er-Zahlen von Berkshire Hathaway berichtet und Ihnen für heute angekündigt, dass Sie erfahren, was Buffett Ihnen als Anleger aktuell rät.

Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass Buffett von einer allgemeinen Krise nichts wissen will und dass die Zahlen seiner Investmentholding Berkshire Hathaway seine These unterstreichen. Denn trotz einiger Probleme kam Berkshire im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Rekordgewinn – und damit den höchsten Gewinn in der 50-jährigen Amtszeit von Buffett an der Spitze seiner Investmentholding.

Buffett erklärt, dass das erneut gute Ergebnis kein Wunder sei – sondern Ergebnis einer einfachen Strategie, die jeder befolgen kann und damit auch Sie.

Buffett hält an seinen Favoriten fest

Ein Erfolgsgeheimnis von Buffett ist es – anders als es in der „modernen“ Börsenwelt üblich ist – an Positionen festzuhalten, auch wenn es kurzfristig bei den Unternehmen nicht optimal läuft. Wichtig ist, dass Buffett vom langfristigen Potenzial des Unternehmens überzeugt ist.

So besitzt Buffett über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway 8,4% der IBM-Anteile (Vorjahr: 7,8%), 9,8% der US-Bank Wells Fargo (Vorjahr: 9,4%), 9,3% des Getränkeriesen Coca-Cola (Vorjahr: 9,2%) und 15,6% des Finanzdienstleisters American Express (Vorjahr: 14,8%).

Die ersten Coca-Cola-Aktien hat Buffett 1988 gekauft – ein solches Stehvermögen ist heute fast undenkbar. Aber warum sollte Buffett auch verkaufen? Da Coca Cola jedes Jahr die Dividende erhöht, kassiert Buffett zweistellige Dividenden-Renditen pro Jahr – Tendenz weiter steigend.

Für Banken und Broker ist die Buffett-Strategie ein Albtraum, da diese davon leben, dass ungeduldige Privatanleger ihre Aktien- und Fondsbestände so oft wie möglich umschichten und eifrig Gebühren produzieren.

Buffett über den US-Wahlkampf und die US-Wirtschaft

Der schrille US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der es mit Immobilien zu einem Milliardenvermögen gebracht hat, betont im aktuellen Vorwahlkampf stets, dass er Amerika wieder groß machen wolle.

Buffett hingegen kann diesen Schlachtruf nicht ausstehen und schreibt folgendes in seinem Aktionärsbrief: „Viele Amerikaner glauben jetzt, dass es ihren Kindern nicht so gut gehen wird, wie ihnen selbst. Diese Ansicht ist komplett falsch: Die Babys, die heute geboren werden, sind die glücklichsten der ganzen Geschichte.“

Und Buffett wäre nicht Buffett, wenn er seine These nicht mit Zahlen untermauern würde. So sei das Pro-Kopf-Wachstum der US-Wirtschaft gegenwärtig sechs mal höher als im Jahr 1930, dem Jahr also, als Buffett selbst zur Welt kam, schreibt er.

Übrigens unterstützt Buffett im Vorwahlkampf die Demokratin Hillary Clinton, die ebenso wie er selbst nicht viel von der Schwarzmalerei eines Donald Trump hält.

Nach Ansicht des bekannten Star-Investors sollten Politiker ohnehin lieber Probleme lösen, anstatt ihren Wählern damit in den Ohren zu liegen. Zudem betont Buffett Amerikas größte Stärke, die Effektivität, und weist darauf hin, dass es schon seit 240 Jahren keine gute Idee sei, gegen Amerika zu wetten und es jetzt auch nicht die richtige Zeit sei, damit anzufangen.

Buffett rät zu ständiger Optimierung Ihres Vermögens

Buffett rät in seinem Aktionärsbrief zu ständiger Optimierung des Vermögens. Dazu werde es immer wieder Gelegenheiten geben. Allein im 20. Jahrhundert habe sich – so Buffett – vieles zum Besseren verändert.

Dann schreibt er: „Als meine Eltern jung waren, konnten sie sich nicht vorstellen, was ein Fernsehgerät ist. Als ich in meinen 50igern war, hatte ich keine Ahnung davon, dass ich irgendwann einen PC brauchen würde. Jetzt spiele ich jede Woche 10 Stunden Bridge im Internet.“

2. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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