Was Corona für diese Medizintechnik-Aktie bedeutet

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Carl Zeiss Meditec beeindruckte zuletzt mit guten Zahlen. Doch Corona könnte die Nachfrage bremsen. Wie wir die Aktie sehen. (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Jede Kursrally ist einmal vorbei. Aber wie steht es um die Aktie von Carl Zeiss Meditec? An der Börse hat die Aktie viele gute Jahre hinter sich, ist im Zuge der Corona-Krise aber eingebrochen. Zwar glauben wir nicht, dass die Krise viel für das Unternehmen verändern wird, jedoch sollten sich Anleger daran gewöhnen, dass die Bäume in Zukunft nicht mehr so ungebremst in den Himmel wachsen. Warum? Lesen Sie dazu am besten unsere Analyse.

Doch zuvor ein paar Worte zum Unternehmen. Carl Zeiss Meditec entstand 2002 und ist ein Medizintechnik-Spezialist mit den Schwerpunkten Augenheilkunde (Ophthalmologie) sowie Neuro-, Hals-, Nasen- und Ohrenchirurgie. Die Produktpalette umfasst medizintechnische Lösungen bei Fehlsichtigkeit, Grauer/Grüner Star und Netzhautbehandlungen. Operationsmikroskope und Strahlentherapiesysteme runden das Angebot ab.

Eigenkapitalquote als Sicherheitspolster

Zeiss legte für das 1. Quartal solide Zahlen vor und blieb auf Wachstumskurs. Der Umsatz erhöhte sich um 14,3% auf 369,7 Mio €. Der Gewinn stieg sogar um 35,6% auf 38,5 Mio €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 18,1% auf 56,8 Mio € zu. Auch der Cashflow verbesserte sich und stieg um 11,9% auf 26,4 Mio €. Beide strategischen Geschäftsbereiche konnten den Umsatz deutlich steigern. Dabei fiel der Geschäftsbereich Microsurgery besonders positiv auf und legte mit 19,1% auf 100,3 Mio € deutlich zu. Auch auf allen Absatzmärkten verzeichnete sich eine erhöhte Umsatzentwicklung.

Positive Währungskurseffekte gaben dem Umsatz zusätzlichen Rückenwind. Die EBIT-Marge von 15,4% untermauert die gute Profitabilität des Unternehmens. Trotz leichter Kostensteigerung, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, konnte durch das hohe Umsatzwachstum der Gewinn deutlich gesteigert werden. Nach der Übernahme des amerikanischen Unternehmens lanTECH erfolgte im 1. Quartal der Zahlungsmittelabfluss, was die gesamte Liquiditätslage jedoch nicht wesentlich belastete. Die Eigenkapitalquote mit 71,1% ist auf einem sehr hohen Niveau und kann die negativen Folgen der Coronakrise mildern.

Unsicherheit schreckt Anleger ab

Der Kurseinbruch im vergangenen Monat könnte eine günstige Einstiegsgelegenheit bieten, da vor der Krise das operative Geschäft gut lief. Wie groß der wirtschaftliche Schaden sein wird, kann momentan noch niemand abschätzen. Gerade diese Unsicherheit sollte konservative Investoren abwarten lassen. Bei Zeiss kommt hinzu, dass  die Dividende mit weniger als einem Prozent Dividendenrendite gering ausfällt. Zwar hat das Unternehmen viel zu bieten, doch dominiert aktuell die Unsicherheit. Bleiben Sie daher vorsichtig!

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Achterbahnfahrt bei Carl Zeiss MeditecBei Carl Zeiss Meditec kam es nach den Zahlen zu einer Achterbahnfahrt. Der kleine Rücksetzer sollte sich als Einstiegschance erweisen. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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