Was denn jetzt? Allzeithoch im DAX | 200 Punkte Abverkauf | Bullenfalle | Bärenfalle

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Die Zeiten sind schon verrückt, wie es sich so gehört an einem Allzeithoch. Dazu kommt noch der Corona-Virus als große Unbekannte und Panikmacher. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Was will denn der DAX jetzt? Möglichst viele Anleger veräppeln? Danach sieht es momentan irgendwie aus. Erst ein neues Allzeithoch und dann gleich danach 200 Punkte in den Keller rauschen. Über Nacht natürlich wieder eine Kurslücke nach oben und heute stehen wir schon fast wieder bei 13.600 Punkten. Eine Achterbahnfahrt fühlt sich vermutlich ruhiger an.

Großes Chaos und am Ende dieselben Kurse

Immerhin haben wir Volatilität. Wenn auch nicht immer tagsüber, aber über Nacht. Es gibt kaum eine Chartkerze in den letzten Wochen, wo der DAX keine Kurslücke über Nacht gerissen hat. Das lässt sich als Trader natürlich immer schwer vorhersagen.

Werfen Sie eine Münze! Diese hat in 50 Prozent der Fälle Recht. Der ganze Trubel um das Allzeithoch macht den DAX und damit offensichtlich auch die Anleger nervös. Keiner weiß, wohin die Reise jetzt gehen soll. Bei all dem Chaos notierten wir heute bei Handelsstart übrigens genau auf dem Niveau, das wir schon am 9. Januar hatten.

Waren Sie zufällig zwei Wochen im Urlaub? Glückwunsch! Sie haben rein gar nichts verpasst! Es gab zwischendurch ein neues Allzeithoch – etwa 40 Punkte mehr als zuvor – aber das war es dann auch schon wieder. Außer Spesen nichts gewesen. Ich hoffe, Ihr Depot hat in diesen Chaostagen nicht nur Gebühren gefressen, sondern Sie haben auch ein paar Punkte aus dem Markt herausschneiden können. Gerade bei 13.400 Punkten konnten die Trader immer wieder gute Einstiege finden. Ab 13.550 wurde dann verkauft und die Gewinne mitgenommen. Warum nicht, wenn es seit Wochen so funktioniert.

Das Elend auf einem Bild: Gaps im DAX

So durchlöchert sah der DAX selten aus. Hier werden Nachts die Kurse mehr bewegt als im regulären Xetra-Handel. Lediglich zwischen dem 9. und 16. Januar verliefen die Kurse am Stück.

Dieses Bild ist schon eine gewisse Rarität – zeigt aber auch, wie chaotisch der Markt gerade ist. Die wichtigen News kommen außerhalb der Börsenzeiten, denn dann geht es um Iran oder China oder zur Not auch noch um Trump. Und das bewegt die Märkte. Fundamentale Daten interessieren nur noch die Analysten, aber der Markt interessiert sich nicht für die Analysten oder die Daten der Unternehmen.

Solange die Notenbanken den Markt fluten, ist alles im grünen Bereich. Da kann auch kein Corona-Virus Panik verbreiten – auch wenn das die Medien jetzt gerne hätten. Hierzulande sterben jedes Jahr mehr Menschen an einer Grippe, als es bislang Todesfälle in China gab.

Das muss man der chinesischen Regierung allerdings auch hoch anrechnen: Nach dem Desaster mit SARS haben sie diesmal extrem schnell reagiert und zahlreiche Städte in Quarantäne versetzt. Das dämmt die Ausbreitung natürlich ein und bringt das Virus besser unter Kontrolle. An den Märkten ist hierzulande inzwischen auch nichts mehr davon zu spüren. Warten wir ab, was das Wochenende bringt. Die große Aufgabe in puncto Allzeithoch beim DAX wurde ja wie angekündigt diese Woche abgehakt. Und die gute Nachricht zum Schluss: Wir befinden uns immer noch in der Nähe des Allzeithochs. Wir sind nicht im freien Fall nach unten.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.