Was die US-Wahl für die Börsen bedeutet

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Ob Trump US-Präsident bleibt oder Biden sich durchsetzt, dürfte die Börsen keine große Rolle spielen. Die Perspektiven bleiben gut. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

In den USA geht der Wahlkampf in seine heiße Phase. Im November stehen die Präsidentschaftswahlen an. Dann entscheiden die Amerikaner, ob Amtsinhaber Trump weiter regieren darf oder ob der Demokrat Joe Biden übernimmt. Ich möchte für Sie heute beleuchten, was die US-Wahlen für die Aktienmärkte bedeuten.

Biden liegt in den Umfragen vorn

Viele Anleger machen in den anstehenden Präsidentschaftswahlen einen möglichen Belastungsfaktor für die Börsen aus. Als Begründung wird ein möglicher Regierungswechsel genannt. Das erscheint zunächst nachvollziehbar. Denn republikanische Präsidenten gelten gemeinhin als wirtschaftsfreundlich, während von einem Demokraten eher Gegenwind für die Wirtschaft zu erwarten ist.

Und in den Umfragen liegt Joe Biden vorn. Sein Vorsprung von zwischenzeitlich 10 Prozentpunkten ist zuletzt zwar etwas geschmolzen. Dennoch liegt er mit fast 50% Zustimmung nach wie vor relativ komfortabel vor Trump, der auf knapp 43% kommt.

Spätestens seit der US-Wahl 2016 wissen wir jedoch, dass das nichts heißen muss. Auch damals lag Hillary Clinton in den Umfragen klar vorne. Am Ende gewann jedoch Trump. Und das, obwohl er insgesamt weniger Stimmen bekommen hatte. Das amerikanische Wahlsystem macht’s möglich…

Politisches Patt ist gut für die Märkte

Sollte Biden das Rennen machen, ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass die Demokraten bei den zeitgleich stattfindenden Kongresswahlen auch die Mehrheit in beiden Kammern bekommen. Dann werden etliche Pläne der Demokraten ohnehin am Widerstand der Republikaner scheitern. Vermutlich wird es also auf ein politisches Patt hinauslaufen. Und das ist – das hat die Vergangenheit gezeigt – meist gut für die Aktienmärkte.

Davon abgesehen sorgt gerade der republikanische Präsident Trump immer wieder für Störfeuer. Denken Sie nur an die von ihm angezettelten Handelskonflikte mit China und Europa. Die Aktienkurse konnte das aber auch nicht ausbremsen. Aktuell notiert der S&P 500 gut 60% über seinem Stand vor dem Wahlsieg Trumps vor knapp vier Jahren.

US-Börse entwickelt sich unter demokratischen Präsidenten besser

Letztendlich dürfte es relativ egal sein, wer die Wahl gewinnt. Ob Biden übernimmt oder Trump weiter regiert, dürfte allenfalls kurzfristige Auswirkungen haben. Den internationalen Beziehungen könnte ein Machtwechsel jedenfalls nur guttun. Außerdem wird die These, republikanische Präsidenten seien besser für die Börse, durch die Statistik eindeutig widerlegt.

Unter demokratischen Präsidenten entwickelte sich der amerikanische Aktienmarkt in der Vergangenheit sogar klar besser. Seit 1885 verzeichnete die US-Börse einen durchschnittlichen Zuwachs von 7,1% pro Jahr, wenn ein Demokrat regierte. Unter republikanischen Präsidenten stiegen die Kurse im Schnitt nur um 3,3% pro Jahr.

Noch etwas sollten Sie wissen: Wahljahre sind meistens gute Börsenjahre – unabhängig davon, welche Partei sich durchsetzt. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte entwickeln sich die Kurse meist positiv. Statistisch gesehen legte der Dow Jones in Wahljahren von Juli bis Dezember um rund 6% zu.

Die anstehende US-Wahl ist also kein Grund zur Sorge. Von ihrem Ausgang sollten Sie Ihre Investitionsentscheidungen keinesfalls abhängig machen. Grundsätzlich bleiben die Perspektiven gut. Trotz der jüngsten Korrektur zeigt der Trend am amerikanischen Aktienmarkt klar nach oben.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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