Was haben Gucci und Puma gemeinsam?

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Viele starke Marken sind gerade in der Luxus- und Sportartikelbranche ein Vorteil. Kering kann diesen Trumpf ausspielen. (Foto: Qiongna Liao/Shutterstock)

Luxus und Sport: Geht das zusammen?

Tatsächlich gibt es einige Sportarten, bei denen Luxus mitschwingt; bei Polo z. B., oder auch bei Hockey sowie Autorennen.

Doch wieso ein Luxuskonzern bei Puma beteiligt ist, bedarf einer genaueren Analyse.

Kering (zuvor PPR) ist ein französisches Luxusgüter-Unternehmen und Mehrheits-Aktionär beim Sportartikel-Hersteller Puma.

Die operative Tätigkeit gliedert sich in die beiden Bereiche Luxusgüter und Sport & Lifestyle.

Zu den Luxus-Marken zählen die Modelabels Gucci, Bottega Veneta, Saint Laurent und Brioni, während Puma und Tretorn in der Sparte Sport & Lifestyle zusammengefasst sind. Der Konzern agiert in mehr als 120 Ländern weltweit.

Sport-Sparte hinkt dem Luxus hinterher

Das Geschäft bei Kering brummt. Im Luxus-Segment stiegen die Umsätze in den ersten 9 Monaten um 16,5% auf 5,7 Mrd. €.

Während Gucci zuletzt Rückschläge verkraften musste, befindet sich die Marke jetzt nach einer Neupositionierung wieder auf dem Weg der Besserung.

Die Erlöse stiegen um 10,7%. Deutlich erfolgreicher ist derzeit allerdings Yves Saint Laurent: Das Umsatz-Plus betrug 37,7%.

Konzernweit kamen die Umsatz-Zuwächse v. a. aus Japan und Europa. Den wirtschaftlichen Problemen der Luxus-Branche im restlichen Asien konnte sich Kering allerdings nicht entziehen.

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In der Region Asien-Pazifik gingen die Umsätze im 3. Quartal um 12% zurück. Im Sport- und Lifestyle-Segment gab es Zuwächse. Diese fielen allerdings deutlich schwächer aus als im Luxus-Bereich.

Puma legte um 12,8% auf 2,5 Mrd. € zu. Möglicherweise könnte sich Kering bald von dem 83%-Anteil am deutschen Sportartikel-Hersteller trennen, um sich wieder voll auf das erfolgreichere Luxus-Segment zu konzentrieren.

Ein Verkaufs-Erlös von 3 bis 4 Mrd. € erscheint realistisch.

Kering blickt in die Zukunft

Beim Einstieg im Jahr 2007 bezahlte Kering allerdings rund 5,3 Mrd. €. Puma versucht derzeit einen strategischen Neustart und möchte sich wieder mehr auf Sportartikel konzentrieren, nachdem der Fokus zuletzt auf Lifestyle- Produkten lag.

Kering setzt v. a. auf organisches Wachstum der bestehenden Marken. Nach der Verjüngung von Gucci befindet sich auch die wichtigste Konzern-Marke wieder auf Expansions-Kurs.

Wir erwarten in den kommenden 6 bis 12 Monaten eine durchschnittliche Kursentwicklung.

Sportartikel und Luxus gehen doch zusammen – wenn man Kering eher als Konglomerat von Marken sieht und einen lukrativen Verkauf nicht ausschließt.

Zwar läuft bei Puma noch immer nicht alles rund, doch scheint der Konzern zumindest eine Idee davon zu haben, was man mit Puma erreichen will.

Auch die Neuausrichtung bei Gucci wirkt durchdacht. Das Marken-Portfolio überzeugt und dürfte auch in den nächsten Jahren noch Käufer anlocken.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.