Was Ihnen eine Spreizung über DAX und Dow Jones verrät

Die Charttechnik bietet Ihnen eine optimale Möglichkeit, um 2 Märkte miteinander zu vergleichen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Wenn sich ein Markt besser entwickelt als ein anderer, dann sprechen wir in der Charttechnik von Relativer Stärke.

Eine Möglichkeit, diesen Sachverhalt zu überprüfen, ist der Vergleich: Beispielsweise könnten Sie die Kursverläufe von DAX und Dow Jones übereinander legen, um zu erkennen, welcher der beiden Indizes sich besser entwickelt.

Wir werden gleich einmal schauen, ob die „gefühlt“ stärkere Wall Street auch tatsächlich die bessere war.

Problematik des reinen Chartvergleichs

Allerdings kann sich dieser Vergleich der Kursverläufe als problematisch erweisen: Waren die Performances der betrachteten Märkte annähernd gleich, dann lässt sich auch in einem Chart mit dem bloßen Auge oft schwer ein Gewinner ausmachen.

Und noch eine Schwierigkeit kann auftreten: Wenn Sie unterschiedliche Zeiträume betrachten, dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu abweichenden Ergebnissen gelangen.

Relative Stärke richtig interpretiert!

Erlauben Sie mir noch einen kurzen Zwischenruf: Relative Stärke wird nämlich von weniger erfahrenen Anlegern schnell missverstanden.

Relative Stärke bedeutet zwar, dass sich einer der Vergleichswerte besser entwickelt als der andere. Doch dies gilt in beide Richtungen! Dazu ein Beispiel:

Sinkt der DAX in dem betrachteten Zeitraum um -10%, der Dow Jones jedoch nur um -8%, dann zeigt der US-Leitindex – trotzdem beide verloren haben – Relative Stärke gegenüber seinem deutschen Pendant.

Das sollten Sie stets im Hinterkopf behalten!

Die optimale Lösung: Der Spread

Die Charttechnik bietet uns jedoch eine weit bessere Möglichkeit, 2 Märkte miteinander zu vergleichen:

Der Spread (übersetzt: Spreizung) wird berechnet, indem der tägliche Schlusskurs eines Vergleichswertes durch den des anderen dividiert wird. Anschließend wird das Resultat mit 100 multipliziert.

Die so errechnete Indikator-Kurve zeigt Ihnen viel klarer an, welcher der miteinander verglichenen Märkte die höhere Relative Stärke besitzt.

Spread Dow Jones und DAX

In der nachfolgenden Grafik wurde für den Spread der Schlusskurs des Dow Jones durch den des DAX dividiert (und mit 100 multipliziert).

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Spread Dow Jones / DAX: Der US-Leitindex lief um Längen besser

Den Lesern meines Börsendienstes „Die Wachstumsaktien-Strategie“ zeigte ich diese Grafik am 19. Februar 2017 und lieferte dazu folgende Einschätzung:

„Der Dow Jones entwickelt sich seit inzwischen 22 Monaten besser als der DAX. Er konnte im Sommer 2016 sogar den seit 2011 bestehenden übergeordneten Abwärtstrend nach oben verlassen. Der sich abzeichnende Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends signalisiert Ihnen, dass die Wall Street gegenüber dem DAX schon bald wieder beschleunigen wird! Das verspricht Ihnen weiterhin gute Gewinne mit Ihren Wachstumsaktien!“ 

Der endgültige Ausbruch aus dem Abwärtstrend, der sich nach dem Herbst-Crash des Jahres 2011 entwickelte, erfolgte zwar erst im Juni 2017. Doch an dem prognostizierten Ergebnis änderte das letztlich nichts:

Gemessen an den Schlusskursen des vergangenen Freitags hat sich der Dow Jones innerhalb der letzten knapp 13 Monate 14,6x besser entwickelt, als der DAX!

Spread: So könnte es weitergehen

Seit Mitte Februar 2018 hat der Spread schon 2x an der Oberseite des eingezeichneten Aufwärtstrend-Kanals angedockt (gelber Kreis).

Nun gibt es 2 Möglichkeiten, wie sich die Dinge weiterentwickeln können:

Der Dow Jones bleibt der stärkere Index: Dann würde sich der Relative Stärke-Trend beschleunigen, was Sie an einem Ausbruch nach oben aus dem Trend-Kanal festmachen können.

Der DAX übernimmt vorübergehend wieder die Führung: Dann würde sich die Spread-Kurve allmählich wieder in Richtung der Unterseite des Trend-Kanals bewegen.

Doch selbst wenn die zweite Variante einträte, bedeutet das eben nicht, dass der Dow Jones dann zurückfallen muss. Seine Performance würde dann eben nur etwas hinter der des DAX zurückbleiben.

Angesichts der wirtschaftlichen Konditionen – sprich: die von Trump im Dezember 2017 durchgesetzten Steuermaßnahmen – halte ich indes die erste Variante für wahrscheinlicher.

Wir werden sehen!


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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