Was ist los in Japan?

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Japan hat im Elektronik-Sektor viel zu bieten und ist vergleichsweise günstig bewertet, wird aber kaum beachtet. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Japanische Unternehmen werden derzeit kaum beachtet, obwohl sich hierunter aussichtsreiche Unternehmen befinden. Sony blieb zwar zuletzt etwas hinter unseren Erwartungen zurück, dafür sind die Aussichten mehr als vielversprechend.

2020 wird die lang ersehnte PlayStation 5 auf den Markt kommen. Ich rechne mit Rekordverkäufen. Im Konkurrenzkampf um die beliebteste Spielekonsole hat sich Sony gegen die Konkurrenten Nintendo und Microsoft durchgesetzt. Wenn sich diese Erfolgsgeschichte fortsetzt, könnte Sony sogar eine höhere Einstufung bekommen.

Verbessert haben sich auch die Aussichten des Traditionsherstellers Olympus. Der Kamera-Hersteller hat sich grundlegend umstrukturiert und möchte sein markengebendes Kamera-Geschäft jetzt sogar komplett verkaufen. Der neue strategische Fokus liegt auf optischen Medizinprodukten: ein sinnvoller Strategie-Wechsel, der viel Mut erfordert hat.

Einen ähnlich weitreichenden Schritt möchte auch Toshiba gehen. Mit dem Verkauf der Notebook- Sparte soll der Weg freigemacht werden für das Internet der Dinge. Aufgrund der breiten Produktpalette könnte sich Toshiba in nur wenigen Jahren eine marktdominierende Stellung erarbeiten – vor allem in Asien. Die bisherigen Zahlen haben mich jedoch noch nicht überzeugt. Hier heißt es abwarten. Insgesamt lässt sich sagen, dass Japan im Elektronik-Sektor viel zu bieten hat. Viele aussichtsreiche Qualitätsunternehmen haben sich grundlegend umstrukturiert. Die Bewertung ist mit einem Seitenblick auf die USA vergleichsweise günstig.

Siemens schafft in der Krise Tatsachen

Auch in Deutschland wird kräftig umstrukturiert. In Sachen Umstrukturierung geht Siemens mit großen Schritten voran. Nachdem Siemens bereits Osram (in 2008) und Siemens Healthineers (in 2018) abgespalten hat, soll jetzt auch Siemens Energy selbstständig werden. Die Hauptversammlung gab grünes Licht. Davon betroffen ist nicht nur das Gas- und Power-Geschäft, sondern auch die stark wachsende Gamesa-Sparte (erneuerbare Energien).

Erste Auswirkungen wegen COVID-19 auch in der Elektronikbranche

Die Elektronikbranche ist aufgrund ihrer zahlreichen Anwendungsfelder eine sehr heterogene Branche. Somit verwundert es nicht, dass sich die ersten Auswirkungen der Corona-Krise sehr unterschiedlich in den Geschäftsentwicklungen der einzelnen Unternehmen niedergeschlagen haben. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Unternehmen, die produzierende Industriezweige bedienen, besonders hart getroffen wurden.

Zu nennen sind vor allem ABB und General Electric. ABB kämpft mit ernst zu nehmenden Umsatzrückgängen und einem hohen zweistelligen Gewinneinbruch. GE konnte nicht einmal einen Gewinn erwirtschaften. Die Situation ist für beide Unternehmen angespannt. Besonders dramatisch ist es bei GE. Die Pandemie trifft GE mitten in einer Existenzkrise. Das Kerngeschäft ist unprofitabel und wird durch ein schwaches Öl- und Gasgeschäft belastet. Bei ABB ist die Lage weniger existenzbedrohend. Große Sprünge wird der Konzern 2020 aber nicht machen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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