Technologiewerte: Was ist bloß mit den Hightechs los?

Seit letzter Woche stehen Technologiewerte unter Beschuss. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist jedoch nicht in Gefahr, wie Sie hier sehen: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am vergangenen Wochenende lief die Meldung über den Ticker, dass der amerikanische Senat die geplante Steuer-Reform verabschiedet hat.

Es sieht also ganz danach aus, als könne Donald Trump nach seiner bisher äußerst mageren Bilanz einen 1. Erfolg feiern und eines seiner wichtigsten Wahlversprechen einlösen.

An der Börse sorgte die Nachricht am Montagmorgen für einen kleinen Freudensprung: Der DAX legte zeitweise um fast 2% zu.

Die Freude währte jedoch nur kurz. An der Wall Street gaben die Indizes ihre anfänglichen Gewinne wieder ab. Und auch der DAX ist wieder unter die runde 13.000er-Marke zurückgefallen.

Deutlich unter Druck gerieten, wie schon Mitte vergangener Woche, die Technologiewerte. Daher möchte ich den Sektor an dieser Stelle etwas näher für Sie beleuchten:

Technologiewerte geraten unter Druck

Der Grund für die teilweise deutlichen Rücksetzer bei vielen Hightechs:

Anleger befürchten, dass amerikanische Tech-Firmen von der Steuer-Reform nicht profitieren, sondern dadurch womöglich sogar Nachteile erleiden.

Viele Großkonzerne „parken“ hohe Summen im Ausland und vermeiden so Steuer-Zahlungen im Inland.

Sollten diese Steuer-Schlupflöcher geschlossen werden, könnte das die Gewinne schmälern. Deshalb war zuletzt eine Branchen-Rotation zu beobachten:

Kapital floss vermehrt in Finanztitel, die von den Anlegern als maßgebliche Profiteure der Steuer-Reform ausgemacht wurden. Denn sie profitieren von steigenden Zinsen.

Und eine stärker wachsende Wirtschaft könnte die Federal Reserve (Fed) dazu zwingen die Zinsen schneller zu erhöhen als bisher gedacht.

Perspektiven für die Technologie-Branche bleiben gut

Ist damit die Rally der Hightechs zu Ende? – Sicher nicht!

In diesem Jahr haben sich Technologiewerte besonders dynamisch entwickelt. Es ist völlig normal, dass es nach diesem imposanten Anstieg auch einmal zu Korrekturen kommt.

Solche Rücksetzer sind gesund, denn sie sorgen dafür, dass der Markt nicht überhitzt und schaffen so wieder Luft für weitere Kurs-Steigerungen.

An den guten Aussichten für die Technologie-Branche ändert sich nichts.

Trends wie Cloud-Computing oder das Zukunfts-Thema künstliche Intelligenz werden auch in den kommenden Jahren für gute Wachstums-Perspektiven sorgen.

Nasdaq 100: Aufwärtstrend ist nicht in Gefahr

Auch wenn einige Einzelwerte etwas deutlicher Federn lassen mussten, ist aus charttechnischer Sicht bislang rein gar nichts passiert.

Der Nasdaq 100, in dem die 100 größten Unternehmen der US-Technologie-Börse gelistet sind, zeigte im Vergleich zu Dow Jones und S&P 500 zuletzt zwar relative Schwäche.

Von seinem Allzeithoch von Ende November bei 6.426 Punkten hat der Index bislang aber gerade einmal 3% eingebüßt:

nasdaq 100

Sollte sich der Rücksetzer kurzfristig noch etwas ausweiten, befindet sich im Bereich der runden 6.000er-Marke eine solide Haltezone.

Wird diese unterboten, rückt die 200-Tage-Linie, die den langfristigen Trend anzeigt, in den Fokus. Diese verläuft aktuell bei gut 5.800 Punkten.

Insgesamt stehen die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends aber gut.

Daher dürfte sich die aktuelle Schwäche-Phase als gute Gelegenheit zum Einstieg in ausgewählte Technologiewerte erweisen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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