Was ist mit den Technologiewerten los?

Technologiewerte standen in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck. Der Aufwärtstrend des Nasdaq 100 ist dennoch nicht in Gefahr. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Technologiewerte waren bislang die Zugpferde des Kursanstiegs an der New Yorker Wall Street. Während der breit gefasste S&P 500 im vergangenen Jahr einen Zuwachs von gut 19% verzeichnete, legte der Nasdaq 100, der die 100 größten an der US-Technologiebörse gehandelten Werte umfasst, um rund 32% zu.

Und auch nach der Marktkorrektur Anfang Februar zeigten die Hightechs wieder eindrucksvolle Stärke. Der S&P 500 liegt noch gut 5% unter seinem Allzeithoch von Ende Januar. Der Nasdaq 100 hingegen hat die Korrektur bereits komplett aufgeholt und in der vergangenen Woche bei 7.186 Punkten schon wieder einen neuen Rekordstand markiert.

In den vergangenen Tagen geriet der Technologiesektor jedoch erneut unter Druck. Ist es jetzt vorbei mit der Herrlichkeit?

Angst vor stärkerer Regulierung der Tech-Konzerne sorgt für Einbußen

Gegenüber seinem Höchststand vom Dienstag vergangener Woche rutschte der Nasdaq 100 innerhalb weniger Tage um über 5% ab. Allein zum Wochenauftakt verlor der Index mehr als 2%.

Auslöser für die jüngste Schwäche war die Angst vor einer stärkeren Regulierung der großen Tech-Konzerne. Insbesondere Facebook steht im Blickpunkt. Die „New York Times“ und der britische „Observer“ hatten am Wochenende berichtet, dass die britische Cambridge Analytica die privaten Daten von mehr als 50 Mio. Facebook-Mitgliedern angezapft habe, um 2016 den Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen.

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Kongressabgeordnete hatten bereits früher eine stärkere Regulierung der großen Tech-Konzerne Google, Amazon und Facebook angeregt. Diese Forderungen erhalten durch die jüngsten Ereignisse neuen Auftrieb. Die Facebook-Aktie geriet daraufhin deutlich unter Druck und verzeichnete am Montag mit einem Minus von 7% den größten Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren. Gestern folgten weitere Einbußen.

Beim Nasdaq 100 ist der Aufwärtstrend nicht in Gefahr

Bei der Facebook-Aktie hat sich mit dem Fall unter die 200-Tage-Linie die Charttechnik eingetrübt. Wird das bisherige Jahrestief vom Februar bei 167 Dollar nachhaltig unterschritten, sind hier weitere Abschläge zu befürchten. In diesem Fall droht eine weitere Korrektur in die Region zwischen 140 und 150 Dollar.

Für den Gesamtmarkt stellt sich die Lage dagegen unverändert positiv dar. Mit den jüngsten Abschlägen ist der Nasdaq 100 zwar unter das Februar-Hoch (7.023) gefallen. Ein Beinbruch ist das jedoch nicht. Kurzfristig könnte sich die Korrektur in Richtung 6.500 Punkte ausweiten. Doch auch das würde nichts daran ändern, dass der übergeordnete Aufwärtstrend weiterhin ungebrochen ist.

Nachhaltig eintrüben würde sich das Bild erst bei einem Fall unter das Korrekturtief vom Februar (6.164). Zuvor sorgt die steigende 200-Tage-Linie bei rund 6.300 Punkten für Unterstützung. Zumindest bislang spricht viel dafür, dass nach dem aktuellen Rücksetzer der übergeordnete Aufwärtstrend bald seine Fortsetzung finden wird. Die kleine Schwäche sollte sich daher als gute Gelegenheit erweisen, um bei dem einen oder anderen aussichtsreichen Technologiewert zu etwas günstigeren Kursen zuzugreifen.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.