Was löst den nächsten großen Wachstumszyklus aus?

Wenn Sie einen Blick auf die Geschichte werfen, werden Sie feststellen, dass die Menschheit ihren Wohlstand in den vergangenen beiden Jahrhunderten wesentlich stärker gesteigert hat, als in früheren Zeiten. Aber woran liegt das?

Innovationen als entscheidender Faktor für Wohlstand

Mit der Antwort auf diese Frage hat sich der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew beschäftigt. Seine interessante Antwort: Der entscheidende Faktor für Wohlstand und Wachstum sind Innovationen.

Andere Wissenschaftler kamen zu ähnlichen Schlüssen, beispielsweise der bekannte österreichische Ökonom Josef Schumpeter, für den der breite Einsatz einer sogenannten Basisinnovation der Auslöser von langen Konjunkturwellen war.

Die bisherigen 5 großen Wohlstandszyklen

Die letzten 230 Jahre Wirtschaftsgeschichte waren geprägt von fünf langen Wohlstands- und Wachstumszyklen (sogenannte Kondratjew-Zyklen). Sie alle haben eins gemeinsam: Die Grundlage für die Wohlstandsphase bildete jeweils eine bedeutende Innovation, die die Wirtschaft über Jahrzehnte maßgeblich beeinflusste.

Ende des 18. Jahrhunderts war es beispielsweise die Dampfmaschine, gefolgt von Eisenbahn, Elektrizität und Automobilen. Und in den vergangenen beiden Jahrzehnten sorgten Informations- und Kommunikationstechnologie für einen Wachstumsboom.

Eine Krise leitet einen neuen Zyklus ein

Ebenfalls interessant: Alle bisherigen Zyklen weisen eine weitere Gemeinsamkeit auf: Sie endeten alle in einer Krise. So schloss der dritte Zyklus beispielsweise mit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren ab, der vierte mit den Ölkrisen in den 70er Jahren und möglicherweise wird die Finanz- und Schuldenkrise den fünften Zyklus beenden – sicher kann man hier erst im Nachhinein sein.

Das Ende einer Krise markiert gleichzeitig den Beginn eines neuen Wachstumszyklus. Das während der Krise deutlich abgesenkte Zinsniveau ermöglicht hohe Investitionen in neue Technologien, die Innovationen sorgen für den nächsten Wachstumsschub.

Welche Basisinnovation sorgt für den nächsten Wachstumszyklus?

Erkennen Sie es? Genau so stellt sich die aktuelle Situation dar. Die Zinsen sind historisch niedrig und es gibt einige Technologien, die für den nächsten großen Wachstumszyklus sorgen könnten.

Welche Basisinnovation die Grundlage für den nächsten Zyklus bildet ist auch aus Anlegersicht wichtig: Denn Aktien dieser Branche zählen oftmals über Jahrzehnte zu den großen Gewinnern.

Die meisten Ökonomen favorisieren bei der Frage nach der nächsten Basisinnovation den Bereich der Bio-/Nanotechnologie. Diese Technologie besitzt das Potenzial, die Medizin grundlegend zu revolutionieren. Die Nanotechnologie kann darüber hinaus auch für die Industrie Großes bewirken, die Entwicklung steckt diesbezüglich noch in den Kinderschuhen.

Ähnliches Potenzial für Medizin und Industrie besitzt die 3D-Druck-Industrie. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei den Quartalszahlen ist die Euphorie der Anleger gegenüber der Branche zwar erheblich abgeklungen. An den Langfristperspektiven ändert dies aber nichts.

Es kann daher nicht schaden, die die genannten Branchen im Auge zu behalten. Zumindest, wenn Sie zu den (sehr) langfristigen Investoren zählen.

2. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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