Was machen eigentlich Euro und US-Dollar?

Wechselkurse

Aus den Medien erfahren Sie nur Neuigkeiten, von denen Sie als Anleger meist nicht mehr profitieren können. (Foto: welcomia / Shutterstock.com)

In den Börsenmedien finden Sie nahezu ausschließlich Nachrichten, Kommentare und Analysen zu Märkten, die gerade besonders im Fokus stehen.

Meist ist der Anlass, dass ein Wertpapier soeben eine kräftige Kursänderung erfahren hat. Was wiederum häufig mit kursbeinflussenden Neuigkeiten in Zusammenhang steht.

Klar: Den Medien wird immer dann besonders viel Aufmerksamkeit zuteil, wenn sie spektakuläre News an ihre Leser, Zuhörer oder Zuschauer vermitteln können. Das Problem dabei ist:

Wenn die Börsenmedien einen Markt im Fokus haben, dann steckt in der Nachricht für Sie kaum mehr Profit: Die Auf- oder Abwärtsbewegung ist bereits weitgehend „gelaufen“.

Wir schauen daher heute einmal auf einen Markt, um den es in den vergangenen Monaten recht still geworden ist. Tatsächlich bahnte sich im Euro / USD im Juni eine charttechnisch interessante Entscheidung an.

Die ist in der vergangenen Woche jedoch erst einmal obsolet geworden. Doch für Sie als Anleger hat auch diese Erkenntnis Auswirkungen auf Ihre Investments.

Warum der Euro / USD für Sie als Anleger wichtig ist

Warum ist die Entwicklung des Euro / USD für Sie denn überhaupt von Bedeutung? Nun:

Neben der Möglichkeit, mittels Instrumenten wie Optionen, Optionsscheinen, Zertifikaten oder auch ETFs long oder short darauf zu spekulieren, beeinflusst das Währungspaar Ihre Performance als Euro-Anleger bei Investments in US-Wertpapieren.

Steigt der Euro gegenüber dem US-Dollar an, dann mindert das Ihren Profit, beispielsweise in einer US-Aktie. Fällt sein Wert, dann verbessert sich Ihre Performance durch einen zusätzlichen Währungsgewinn.

Im Juni 2019 zeichnete sich ein Trendbruch ab

Beginnen wir unsere Analyse mit einem Tipp für Sie: Wenn Ihnen die Historie eines Marktes nicht geläufig ist, dann verschaffen Sie sich zunächst einmal einen Überblick.

Das lässt sich am besten bewerkstelligen mit einem zeitlich möglichst weit zurückreichenden Kursverlauf. Die nachfolgende Grafik zeigt Ihnen den Monats-Chart vom Währungspaar zurück bis ins Jahr 2001. Sie sehen es:

Euro / USD: Im Juni 2019 zeichnete sich ein Trendbruch ab

Die steile Aufwärtsbewegung nach der Einführung des Euro endete mit dem Top im Jahr 2008 bei 1,6039. Seither zeigt der Kursverlauf tendenziell abwärts, mit einem vorläufigen Tiefpunkt von 1,0340 im Januar 2017.

Interessant ist der Bereich, den ich Ihnen mit einem gelben Kreis gekennzeichnet habe. Die pinkfarbene Linie – der bis vor wenigen Tagen gültige Abwärtstrend seit Anfang 2018 – war im Juni nach oben verlassen worden.

Abwärtstrend seit 2018 wieder in Kraft gesetzt

Sie werden im folgenden Tages-Chart etwas besser erkennen können, warum dieser Trendwechsel inzwischen als beendet betrachtet werden muss.

Euro / USD: Abwärtstrend seit 2018 wieder in Kraft gesetzt

Der gelbe Kreis markiert auch hier wieder den für Sie derzeit wichtigsten Punkt im Chart: Er zeigt Ihnen den am Donnerstag letzter Woche (siehe auch blauer Pfeil) erreichten Tiefpunkt bei 1,1014.

Abwärtstrends definieren sich durch immer niedrigere Tiefs. Daher müssen die Trendlinien von Zeit zu Zeit neu justiert werden, falls nach einem Trendbruch dann doch wieder ein neuer Tiefpunkt ausgelotet wird.

Im Währungspaar Euro / USD ist dies – wie im Chart anhand der gestrichelten roten Linien von mir kenntlich gemacht – in den zurückliegenden 13 Monaten nun bereits zum sechsten Mal notwendig gewesen.

Der einst so steile Abwärtstrend hat sich damit im Laufe der Zeit lediglich abgeflacht.

Fazit

Im Juni dieses Jahres konnte der Euro seinen seit Anfang 2018 gültigen Abwärtstrend nach oben verlassen. Doch wie sich inzwischen erwiesen hat, handelte es sich dabei um eine weitere Bullenfalle. Der Grund:

Mit dem in der vergangenen Woche markierten neuen Jahrestief musste der Abwärtstrend neu justiert werden – wie schon fünfmal zuvor seit Juni 2018.

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie in US-Wertpapieren investiert sind, können Sie aufatmen! Der im Juni zu kippen drohende Abwärtstrend seit 2018 ist wieder in Kraft gesetzt.

Daher können Sie tendenziell auch in den kommenden Monaten mit Währungsgewinnen bei Ihren US-Investments rechnen. Die Wahrscheinlichkeit dafür würde sich sogar noch spürbar erhöhen, wenn der Euro die knapp über 1,1100 aufgebaute Unterstützung (pinkfarbene Linie) nach unten durchbrechen kann.

Derart wichtige Investment-Informationen erfahren Sie eben nicht aus den Börsenmedien!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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