Was passiert mit Gold?

2.00 US-$ im Gold, das ist das nächste Ziel für den Goldpreis, stellt unser Börsenexperte Rainer Heißmann fest. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Ich bin davon überzeugt, dass der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch steigt und wir über kurz oder lang auch die Schallmauer von 2.000 US-$ je Feinunze Gold sehen werden.

Gold: Kursrückgang nur Korrektur im Aufwärtstrend

Ein kurzer Blick zurück hilft, den jüngsten Kursrückgang im Goldpreis einzuordnen. Mitte 2009 habe ich an dieser Stelle geschrieben:

„Der Goldpreis pendelte heute, am 14.07.2009, zwischen 920,20 US-$ und 927,20 US-$. Damit stabilisiert er sich deutlich oberhalb von 900 US-$. Der jüngste Kursrückschlag kann damit beendet sein.

Sie haben bei einem Goldpreis um 920 US-$ jetzt gute Kaufkurse.“ Und weiter hatte ich seinerzeit prognostiziert: „Der Goldpreis wird im nächsten Anlauf die 1.000 US-$ überspringen.“

Der Sprung über 1.000 US-$ ist, wie Sie wissen, Geschichte. Wenn Sie heute bei Goldnotierungen um 1.300 US-$ von einem „dramatisch gefallenen“ Goldpreis hören, ist das „Jammern auf hohem Niveau“.

Der kurzfristige Chart zeigt zwar einen Abwärtstrend; der längerfristige Chart stellt jedoch klar: Es handelt sich nur um einen Abbau der überkauften Lage. Der langfristige Aufwärtstrend ist ungebrochen.

Hier die beiden Charts (jeweils auf Basis der Wochenschlusskurse des Goldpreises):

Goldpreis: kurzfristig abwärts

2013_08_06_Gold_kurz

In den letzten 12 Monaten befindet sich der Goldpreis in einem Abwärtstrend. Aber derzeit sieht es so aus, als wäre die Trendwende eingeleitet. Von seinen zwischenzeitlichen Tiefständen hat sich der Goldpreis schon erholt.

Goldpreis: langfristig aufwärts

2013_08_06_Gold_lang

Vor etwa 10 Jahren notierte der Goldpreis um 400 US-$ je Feinunze. Notierungen oberhalb von 1.600 US-$ bedeuteten mehr als eine Vervierfachung.

Beim Zwischentief von 1.200 US-$ war das immer noch eine glatte Verdreifachung. Die langfristige Aufwärtsgerichtete Trendlinie ist unverändert gültig.

Klassische Korrektur deutete auf steigende Goldpreise hin

Der Goldpreis hatte von 400 US-$ auf 1.900 US-$, also 1.500 US-$, zugelegt. Danach ging es um 700 US-$ zurück (grün markiert). Eine klassische Korrektur um rund 50% der vorherigen Aufwärtsbewegung.

Aus charttechnischer Sicht könnte die Korrektur beendet sein. Im oberen kurzfristigen Chart ist auch gut zu erkennen, dass die Trendwende möglicherweise schon eingeleitet ist.

Gold weiter unter Druck – immer mehr Experten senken die PrognosenDie vergangenen Monate verliefen beim Gold enttäuschend. Nach Ansicht einiger experten wird sich diese Entwicklung erst einmal fortsetzen. › mehr lesen

Manipulation des Goldpreises erschwert Prognosen

Unabhängig von der charttechnisch positiven Sicht, bin ich davon überzeugt, dass der jüngste Kursrücksetzer durch Manipulation „interessierter Kreise“ stattgefunden hat.

Darüber habe ich seinerzeit berichtet. Wenn „diese Kreise“ den Goldpreis nochmals drücken wollen, haben die wohl die finanziellen Möglichkeiten dazu.

Dass bei Banken manipuliert wird, können Sie ja fast täglich in der Fachpresse lesen; ich schreibe auch regelmäßig dazu. Aber:

Gold: Seit Jahrtausenden wertbeständig

“Gold ist Geld, alles andere ist Kredit”, das sagte seinerzeit J.F. Morgan, Gründer der gleichnamigen Bank.

Den US-$ gibt es seit dem 08.08.1785; ein stolze Geschichte von über 200 Jahren. Aber: Gemessen an den Billionen US-$ Schulden, stellt sich die Frage, wie wertbeständig ist der US-$.

560 vor Christi, also vor mehr als 2.500 Jahren, hat der lydische König Krösus erstmals Goldmünzen von einheitlicher Größe und einheitlichem Wert mit Prägestempeln versehen.

Die haben bis heute ihren Wert erhalten (unabhängig vom historischen Wert). Das zeigt: Selbst der US-$ hat nur eine vergleichsweise kurze Geschichte, vom Euro garnicht zu reden.

Goldpreis: Es geht bald aufwärts

Gemessen daran können die Manipulateure sicher eine gewisse Zeit am Goldpreis drehen. Aber eben nur eine begrenzte Zeit. Für physisches Gold spielt das überhaupt keine Rolle, da liefert das nur Kaufkurse.

Für spekulative Trades mit Optionen auf den Goldpreis oder Goldminenbetreiber ist der Zeitfaktor natürlich wichtig, aber: Das Chance-/Risikoverhältnis für steigende Kurse ist so gut, dass ich entsprechende Calls im Depot des Optionen-Profi halte.

Zum guten Schluss: Heute vor 145 Jahren, also am 06.08.1868, kam der französische Schriftsteller, Dichter und Diplomat Paul Claudel zur Welt. Von ihm stammt die kleine Weisheit:

„Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.“

Eine Weisheit wie geschaffen für den obigen Kommentar: Wenn die Mehrheit der Anleger von einem fallenden Goldpreis überzeugt ist, hat das nichts damit zu tun, wie sich der Goldpreis wirklich bewegen wird. Ich wünsche Ihnen einen weiterhin goldenen Sommer.

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.