Was Sie über Insidertransaktionen wissen sollten

Insider Zahlen Kurse Aktien – shutterstock_1028745172

Erfahren Sie, was Insidertransaktionen sind, wie Sie zu bewerten sind und warum Sie Ihren Anlegeerfolg verbessern können, wenn Sie auf diese Transaktionen achten. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Nachdem ich am Dienstag in meinem Bericht zu Krones am Ende kurz auf die jüngsten Insiderkäufe eingegangen bin, fragte mich ein Leser, ob ich in einem zusätzlichen Beitrag erläutern könnte, was es mit den Insiderkäufen auf sich hat.

Das mache ich gerne. Erfahren Sie jetzt, was genau Insiderkäufe und -verkäufe sind und wie sie einzuordnen sind. Börsennotierte Unternehmen sind in Deutschland (und in vielen anderen Ländern) dazu verpflichtet, über eine so genannte Ad-hoc-Mitteilung zeitnah wichtige und vor allem kursrelevante Informationen zu veröffentlichen.

Seit dem 1. Juli 2002 besteht die gesetzliche Pflicht, Geschäfte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Unternehmen und deren Familienangehörigen (also von Unternehmens-Insidern) in Wertpapieren der eigenen Gesellschaft unverzüglich mitzuteilen.

Diese Mitteilung ist dann seitens der Gesellschaft unverzüglich zu veröffentlichen und wird als Directors’ Dealings bezeichnet. Diese erlaubten Insiderkäufe und -verkäufe können Sie im Internet unter der Adresse www.bafin.de (das ist die Homepage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) verfolgen.

So sollten Sie Insidertransaktionen einordnen

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass der bereits vorgestellte Personenkreis (Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige) deshalb als Insider bezeichnet wird, weil diese Personen das Unternehmen besser kennen als Außenstehende und über Informationen direkt aus dem Konzern verfügen.

Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen. Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, den sogenannten Insidern zu folgen, also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese im großen Stil verkaufen.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen. Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten.

So werden in vielen großen Unternehmen Aktien beispielsweise aufgrund von Mitarbeiter-Beteiligungen oder Bonuszahlungen verteilt. Es ist dann völlig normal, wenn ein Manager irgendwann die als Gehalts-Bestandteil erhaltenen Aktien (oder Aktien-Optionen) an der Börse versilbert und in Geld umtauscht (verkauft).

Machen Sie zusätzlich einen Fundamental-Check

Auch Sie können den Insider-Handel über die schon genannte Adresse (www.bafin.de) verfolgen und davon profitieren.

Sie sollten allerdings darauf achten, dass diese Daten nicht ein alleiniges Kauf- oder Verkaufsargument darstellen. Prüfen Sie stets auch die fundamentalen Daten vor einem Kauf oder Verkauf!

krones

Krones-Aktie nach Zahlenvorlage mit FreudensprungNach Zahlenvorlage machte die Krones-Aktie gestern einen Sprung nach oben. Zu den alten Höchstständen ist es aber noch ein weiter Weg. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Tobias Schöneich. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz