Was Sie über Kapitalerhöhungen wissen sollten

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Welche verschiedene Formen der Kapitalerhöhung gibt es und welche Möglichkeiten bieten Kapitalerhöhungen Anlegern? (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Am Dienstag dieser Woche habe ich Ihnen von der jüngsten Kapitalerhöhung bei dem deutschen Immobilien-Spezialisten Alstria Office berichtet. Darüber hinaus habe ich Ihnen grundlegend erläutert, was eine Kapitalerhöhung ist und was die Gründe für eine derartige Kapitalmaßnahme sein können.

Heute möchte ich mit Ihnen etwas tiefer in das Thema einsteigen und Ihnen zunächst die verschiedenen Formen von Kapitalerhöhungen nennen.

Formen der effektiven Kapitalerhöhung

Es gibt zwei Formen von Kapitalerhöhungen:

  1. Möglichkeit: Bezugsrechtsemissionen (Ausgabe von Bezugsrechten), bei denen Altaktionäre Bezugsrechte auf eine Beteiligung an der Kapitalerhöhung (also den Kauf neuer, zusätzlicher Aktien) erhalten.

Dadurch können die Altaktionäre ihre prozentuale Beteiligung an der Aktiengesellschaft auf gleichem Stand halten und unterliegen nicht dem Verwässerungseffekt.

Der Verwässerungseffekt beschreibt folgendes: Wenn Sie aktuell beispielsweise 4% der Aktien einer AG besitzen, würden Sie nach einer Kapitalerhöhung, bei der das Kapital verdoppelt wird, nur noch 2% der Aktien halten, sofern Sie Ihre Bezugsrechte für den Erwerb junger Aktien nicht wahrnehmen.

  1. Möglichkeit: Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Bezugsrechts (wenn z.B. die jungen Aktien beim Erwerb eines anderen Unternehmens als Bezahlung verwendet werden sollen). Diesen Weg der Kapitalerhöhung hat in dieser Woche Alstria Office genutzt.

Daher stellt sich jetzt die Frage: Welche Möglichkeiten haben Sie im Fall einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten?

Sie haben grundsätzlich 4 Möglichkeiten:

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1.) Bezugsrechte über die Börse verkaufen (wenn Sie nicht an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten; dadurch schrumpft allerdings Ihr Anteil am Unternehmen)

2.) Bezugsrechte ausüben (wenn Sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten und Ihr Unternehmensanteil gleich hoch bleiben soll)

3.) Bezugsrechte teilweise verkaufen und teilweise ausüben (wenn Sie nur teilweise an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten; dadurch schrumpft Ihr Anteil am Unternehmen allerdings auch)

4.) Zusätzliche Bezugsrechte kaufen und ausüben (wenn Sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen und Ihren Anteil am Unternehmen aufstocken möchten).

Praxistipp: Beachten Sie die Fristen

Sollten Sie sich dazu entschließen, Ihre Bezugsrechte ganz oder teilweise zu verkaufen, rate ich Ihnen, dafür einen günstigen Moment abzupassen. Denn auch hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Daher sollten Sie vor allem dann, wenn Sie sämtliche Bezugsrechte nicht ausüben wollen, darauf achten, dass Sie die Frist nicht einfach verstreichen lassen.

Denn: Wenn ein Aktionär seiner Depot-Bank im Rahmen einer Kapitalerhöhung keine Weisung erteilt, werden an einem bestimmten Tag alle Bezugsrechte gleichzeitig verkauft. Das kann den Preis an der Börse nach unten drücken.

Sie werden von Ihrer depotführenden Bank entweder per Post oder per E-Mail über solche Sachverhalte informiert. Das bedeutet, dass eine Kapitalerhöhung rechtzeitig angekündigt wird und Ihnen in dem entsprechenden Schreiben oder der entsprechenden Mail auch die Möglichkeiten, die Sie als Aktionär haben, aufgezeigt werden (im Regelfall die oben genannten 4 Handlungs-Optionen).

Außerdem werden Ihnen alle relevanten Fristen mitgeteilt. Schauen Sie sich einen solchen Brief oder eine solche E-Mail deshalb bitte genau an!


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.