Was Sie über Unternehmens-Bilanzen wissen sollten

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Die Bilanz eines Unternehmens hat stets 2 Seiten. Lernen Sie diese jetzt kennen. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Heute, im dritten Teil unserer kleinen Schlussgong-Bilanzserie passend zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen, werden Sie die wichtigsten Positionen der beiden Seiten einer Bilanz kennenlernen und nach der Lektüre einen groben Überblick über den Inhalt und die Funktionsweise einer Bilanz haben.

Einen groben Überblick über den Aufbau einer Bilanz habe ich Ihnen gestern gegeben. Doch was bedeuten die einzelnen Positionen einer Bilanz? Auch wenn dieses Rechenwerk für ungeübte Leser auf den ersten Blick wie ein Buch mit sieben Siegeln aussieht: mit ein wenig Zeitaufwand erhalten Sie ein recht detailliertes Bild des Unternehmens.

Die Aktivseite der Bilanz

Beginnen wir mit der Aktivseite der Bilanz: Zunächst wird die Bilanz (auf der Aktiv- und Passivseite) nach Fristigkeiten unterteilt, sodass auf der Aktivseite zwischen langfristigen (Anlagevermögen) und kurzfristigen Vermögensgegenständen (Umlaufvermögen) unterschieden werden kann.

Bei Fristigkeiten von mehr als einem Jahr handelt es sich um langfristige Vermögensgegenstände. Zudem wird zwischen immateriellen Vermögensgegenständen (z. B. Patente), Sachanlagen (z. B. Grundstücke und Gebäude) und Finanzanlagen (dauerhaft im Besitz befindliche Wertpapiere) unterschieden.

Zum Umlaufvermögen eines Unternehmens zählen alle Güter, die nur vorübergehend im Unternehmen bleiben sollen. Dazu zählen beispielsweise Vorräte und Forderungen. Weiterhin befinden sich flüssige Mittel auf der Aktivseite der Bilanz, zu denen u.a. Wertpapiere, Guthaben bei Banken und der Kassenbestand zählen.

Die Passivseite der Bilanz

Auch die Passivseite einer Bilanz wird nach Fristigkeiten gegliedert. Da Eigenkapital dem Unternehmen theoretisch unendlich zur Verfügung steht, hat dieses per Definition eine längere Laufzeit als Fremdkapital, was als Schulden (lang- bzw. kurzfristig) gekennzeichnet ist.

Innerhalb des Fremdkapitals wird bei den Fristigkeiten zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten (Schulden) differenziert. Rückstellungen sind bei den Managern in Deutschland aus mehreren Gründen besonders beliebt:

Sie unterliegen nicht wie thesaurierte (einbehaltene) Gewinne der Körperschaftsteuer. Es ist deshalb für eine Aktiengesellschaft interessant, einen Teil des Gewinns so lange wie möglich als Rückstellung zu verbuchen und diese erst so spät wie möglich gewinnerhöhend aufzulösen.

Dadurch wird die Zahlung der Körperschaftsteuer hinausgeschoben und der Steuerbetrag steht dem Unternehmen noch eine Zeit lang für Investitionszwecke zur Verfügung. Durch eine erhöhte oder verminderte Dotierung der Rückstellungen kann eine gewisse Glättung des Unternehmensgewinns über die Zeit erreicht werden.

Dadurch wird einerseits eine kontinuierliche Dividendenzahlung ermöglicht und andererseits für eine bestimmte Zeit das Verstecken von Verlusten durch Auflösung oder geringere Dotierung der Rückstellungen.

Fazit: Die Lektüre von Bilanz und Geschäftsbericht lohnt sich

Ein Unternehmen kann den Gewinn legal nach oben und unten korrigieren. Dadurch gibt es häufig Punktlandungen bei den Jahresprognosen.

Auf Dauer kann das Management die echte Geschäftslage jedoch nicht überdecken. Daher lohnt sich die Lektüre für Sie als Aktionär.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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