Was Sie von den anstehenden US-Quartalszahlen erwarten dürfen

"Die derzeit noch schwächliche Tendenz der US-Technologie-Aktien wird sich bald wieder ins Gegenteil verkehren", sagt Experte Andreas Sommer. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Am Mittwoch in einer Woche geht sie wieder los: Die Quartalsberichts-Saison an der Wall Street.

Traditionell eröffnet der Aluminium-Konzern Alcoa am 19. Juli nach Handelsschluss in New York den Reigen mit der Vorlage seiner Zahlen zum Verlauf des 2. Jahresviertels 2017.

So ganz stimmt das zwar nicht, aber für die meisten Marktteilnehmer ist Alcoa einfach der „Starter“.

1. vorsichtig positive Tendenz

Denn tatsächlich legen schon in dieser Woche 39 Aktiengesellschaften ihre Quartalszahlen vor.

Und in den vergangenen Wochen haben bereits 23 Unternehmen aus dem S&P 500 berichtet, bei denen das Jahresviertel im Mai endet.

Natürlich sind diese knapp 5 Hände voll Konzerne keinerlei Maßstab für das, was wir im Ganzen von den in den kommenden Wochen vorgelegten Umsatz- und Ergebnisdaten erwarten dürfen.

Doch in einer Hinsicht sind diese Daten durchaus aufschlussreich:

Warum die zuletzt schwächelnde Nasdaq ein gutes Vorzeichen ist

Das Wachstum und die positiven Überraschungen liegen nämlich über den Werten dieser 23 Gesellschaften von Ende Februar.

Firmen überraschen immer dann positiv, wenn die vorgelegten Zahlen über der Erwartung des Analysten-Durchschnitts liegen.

Warum das aufschlussreich ist, fragen Sie!? – Nun: Wir finden an der Wall Street noch eine andere „Tradition“:

Die Analysten neigen nämlich dazu ihre Erwartungen an die zu veröffentlichenden Quartalszahlen zu reduzieren, je näher der Starttermin für die Vorlage der Daten rückt:

So lag Ende März 2017, also zum Ablauf des 1. Jahresviertels, der Analysten-Konsens für das durchschnittliche Gewinn-Wachstum im 2. Quartal bei +7,9%.

Seither hat sich dieser Wert schrittweise auf zuletzt +5,7% verringert.

Das erklärt zum einen zu einem guten Teil die schwache Entwicklung der US-Technologie-Indizes der Nasdaq (Nasdaq 100, Nasdaq Composite) seit der 2. Juniwoche.

Zum anderen stimmt mich dies optimistisch, dass wir schon bald wieder eine starke Nasdaq-Entwicklung zu sehen bekommen.

Denn: Wären die Kurse der US-Technologie-Aktien stattdessen weiter geklettert, hätten die Marktteilnehmer das als Vorwegnahme guter Quartalszahlen interpretiert.

Die Konsequenz wäre eine „Sell on good News“-Mentalität („Verkaufe bei guten Nachrichten“) nach dem 19. Juli gewesen.

Es passt alles zusammen

Das Ganze passt zudem wunderbar in das Gesamtbild, das uns die Analystenschar vermittelt:

Neben dem bereits genannten Gewinn-Wachstum rechnen die Experten mit einem durchschnittlichen Umsatz-Plus von +4,6%.

Und diese Wachstumszahlen sollen nach Ansicht der Analysten v. a. von den Branchen Energie, Bau, Finanzen, Luftfahrt, Industrie-Produktion und – hört, hört: Technologie! – gestärkt werden.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang sind die derzeitigen Erwartungen der Analysten für die verbleibenden 2 Jahresviertel in diesem Jahr:

3. Quartal: Gewinn +6,3%, Umsatz +4,5%; 4. Quartal: Gewinn +9,8%, Umsatz +5,3%.

Die Herren Analysten versprechen sich mithin vom letzten Jahresviertel ein besonders kräftiges Wachstum.

Auch wenn sich die Erwartungshaltung bis zum Januar 2018 dann – in der beschriebenen Tradition – wieder etwas reduzieren wird:

Es signalisiert Ihnen, dass die Wall Street-Hausse noch viel länger andauern wird, als so mancher Pessimist sich das wünscht.

Fazit

Am vergangenen Dienstag hatte ich Sie bereits über die unerwartet gute Entwicklung des Einkaufsmanager-Index von Chicago informiert:

Der „kleine Bruder“ des landesweit erhobenen Einkaufsmanager-Index hatte mit 65,7 den höchsten Stand seit Oktober 2014 (66,2) erreicht.

Das 32-Jahreshoch war im Februar 2011 mit 71,2 festgestellt worden.

Sie sehen: Es fügt sich allmählich alles zusammen. Der Konjunktur-Indikator lässt eine am Ende hoch erfreuliche Quartalsbilanz der US-Unternehmen erwarten.

Hinzu kommen, wie erläutert, 2 weitere Argumente für eine positive Entwicklung der Zahlen:

Die von den Analysten in den letzten Monaten heruntergeschraubten Erwartungen können nun deutlich einfacher von den veröffentlichten Ergebnissen „getoppt“ werden.

Und weil die Technologie-Aktien bereits seit 4 Wochen im Korrektur-Modus laufen, dürften positive Überraschungen die Nasdaq-Rallye schon bald wieder anschieben.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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