Was taugen eigentlich Robo-Advisors?

Die Digitalisierung macht auch vor dem Finanzbereich nicht Halt. Die automatisierte Anlageberatung von Robo-Advisors ist auf dem Vormarsch. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Die Digitalisierung ist einer der großen Trends unserer Zeit. Im Finanzbereich sind die Computer ebenfalls auf dem Vormarsch. Auch auf dem Börsentag in Dresden am vergangenen Samstag konnte ich diesen Trend beobachten.

Stichwort Robo-Advisor. Der Begriff, der sich aus den Wörtern „Robot“ (Roboter) und „Advisor“ (Berater) zusammensetzt, bezeichnet die automatisierte Anlageberatung bzw. Vermögensverwaltung. Doch was taugen eigentlich Computer als Anlageberater?

Robo-Advisor: Automatisierte Anlageberatung

Robo-Advisor haben das Ziel, die Dienstleistungen eines Finanzberater oder Vermögensverwalters zu digitalisieren und zu automatisieren. Die meisten davon stützen sich auf regelbasierte Modelle zur Bestimmung der Depotstruktur und nutzen dafür – wegen der günstigen Kosten – Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Index-Fonds. Der Umfang der Dienstleistungen ist dabei von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Zum einen gibt es Beratungstools, die aufgrund des Risikoprofils lediglich ein für den Nutzer geeignetes Portfolio zusammenstellen. Den Kauf der Bestandteile muss der Anleger selbst übernehmen. Die zweite Möglichkeit sind Fondslösungen. Dabei bündeln Anbieter vorab erstellte Portfolios in einem Dachfonds, die der Kunde dann über die Börse erwerben kann.

Die dritte, umfangreichste Variante sind verwaltete Depots. Hier wird für den Kunden ein auf sein Risikoprofil zugeschnittenes Portfolio ermittelt. Die Investitionen werden dann im Depotkonto bei einer Partnerbank umgesetzt. Die Zusammensetzung wird überwacht und bei Bedarf – je nach Marktentwicklung – angepasst.

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Keine berauschenden Ergebnisse

An sich ist der Ansatz nicht schlecht. Denn er ermöglicht es auch Kleinanlegern, mit überschaubaren Summen von der Entwicklung der Aktienmärkte zu profitieren. Bei den meisten Robo-Advisors können Kunden schon mit 2.500, 5.000 oder 10.000 Euro starten. Sparpläne sind teilweise schon ab 10 Euro, bei vielen aber zumindest mit 25 oder 50 Euro monatlich möglich.

Wunderdinge sollten Sie von der automatisierten Anlageberatung per Computer allerdings nicht erwarten. Tests haben ergeben, dass acht Robo-Advisors im vergangenen Jahr Renditen zwischen 1,5 und 5,5% erzielt haben. Zum Vergleich: Mit einer einfachen Investition in den DAX konnten Anleger 2017 einen Gewinn von 12,5% erzielen.

Robo-Advisors überzeugen bislang nicht

Noch etwas sollten Sie an dieser Stelle nicht vergessen: Die Robo-Advisors existieren erst seit wenigen Jahren, haben bislang also nur gute Börsenphasen erlebt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die automatisierten Berater schlagen, wenn es an den Aktienmärkten mal turbulenter zugeht.

Bislang überzeugen mich die Robo-Advisors noch nicht wirklich. Dennoch bin ich ein großer Freund regelbasierter Anlagestrategien. In meinem Börsendienst Ranglisten Investor verfolge ich schon seit Längerem eine mechanische Handelsstrategie, die konsequent auf die trendstärksten Aktien setzt. Innerhalb eines Jahrzehnts hat das deutsche Aktien-Depot einen Gewinn von rund 315% erwirtschaftet – fast fünf Mal so viel wie der DAX, der im gleichen Zeitraum nur um rund 66% zulegen konnte.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.