Was wir von diesem Krisen-Profiteur halten

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Drägerwerk geistert als Krisen-Aktie durch die Medien. Doch wie steht es fundamental um den Wert? Lesen Sie unsere Analyse! (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Aktien von Drägerwerk ist aktuell als Krisen-Profiteur in aller Munde. Doch wie steht es fundamental um den Wert? Wir haben die Aktie auf Herz und Nieren überprüft und die Bilanz für Sie gewälzt. Neben kurzfristiger Fantasie haben wir dort die ein oder andere wichtige Information für Anleger gefunden. Sie möchten mehr erfahren? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Die Drägerwerk KGaA entwickelt, produziert und vertreibt seit 1889 Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik.

Stammsitz des Unternehmens ist Lübeck. Neben Fertigungsstätten in Deutschland sowie in Australien, China, Großbritannien, Indien, den Niederlanden, Schweden und den USA ist Dräger mit Service- und Vertriebsstützpunkten in 190 Ländern präsent.

Abschreibungen belasten

Drägerwerk hat für 2019 solide Zahlen präsentiert und die im Oktober angehobene Wachstumsprognose erfüllt. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 6%, nominal legte er sogar um 7,2% auf 2,78 Mrd € zu. Sowohl Produkte der Medizin- als auch der Sicherheitstechnik waren gefragt, wobei das Wachstum bei Produkten der Sicherheitstechnik prozentual stärker ausfiel. Die Medizintechnik ist noch mitten in der Erneuerung ihres Produktportfolios. Bereits 2019 wurden eine Reihe wichtiger neuer Produkte auf den Markt gebracht. Mit der Neuaufstellung soll die Sparte kundenorientierter und schneller werden.

Mit der Erweiterung des Vertriebs um digitale Kanäle reagiert Drägerwerk auf die neuen technologischen Entwicklungen im Markt. Das operative Ergebnis (EBIT) ist von 62,6 auf 66,6 Mio € nur geringfügig gestiegen. Es hat somit nur leicht vom höheren Umsatz profitiert. Belastet wurde das Ergebnis von den Zukunftsinvestitionen, aber auch von Sonderaufwendungen für Qualitätssicherung und Abschreibungen auf Forderungen. Die EBIT-Marge blieb stabil bei 2,4%. Unterm Strich nahm der Gewinn leicht auf 33,8 Mio € ab. Die Dividende wird dennoch auf 19 Cent je Aktie erhöht.

Warum wir nur verhalten optimistisch sind

Der Auftragseingang erhöhte sich um 4,1% auf 2,79 Mrd €. In den Regionen Europa und Amerika nahm er zu, während er in der Region Afrika, Asien und Australien rückläufig war. Vor dem Hintergrund höherer gesamtwirtschaftlicher Risiken rechnet der Vorstand 2020 mit einem Umsatzwachstum von 1 bis 4%. Wie bei Drägerwerk ist es auch bei anderen hochgejubelten Aktien wichtig, die Fundamentaldaten zu betrachten.

Drägerwerk ist in diesem Bereich mittelmäßig gut aufgestellt. Aus diesem Grund können wir die Euphorie rund um die Aktie nur bedingt nachvollziehen. Sicherlich: Ein Großauftrag ist für jedes Unternehmen gut, er ändert aber nichts an der langfristigen Perspektive. Lassen Sie sich von der Euphorie nicht anstecken!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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