Was wurde aus den Idolen unserer Jugend?

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Manche Unternehmen tragen einen großen Namen. Doch große Namen verblassen. Unsere Analyse zu Nokia. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an Ihr letztes Telefon von Nokia? Ich erinnere mich sehr gut! Der Akku hielt richtig lange. So lange, dass man für einen Wochenend-Trip das Ladekabel zu Hause lassen konnte. Im Notfall konnte man mit dem Telefon jemanden anrufen oder auch einige SMS verschicken. Ansonsten gab das Telefon nicht so viel her. OK, hin und wieder vertrieb man sich in den frühen 2000ern die Zeit mit einer Partie Snake.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Auch Nokia ist heute – eine Insolvenz später – ein ganz anderer Konzern. Was das finnische Unternehmen zu bieten hat, erklären wir Ihnen in unserer Analyse. Doch zunächst zum Unternehmen. Das Technologieunternehmen Nokia hat den Anschluss an das Smartphone-Geschäft verpasst. Mit dem Verkauf der einst florierenden Handysparte an Microsoft hat sich der Konzern auf seine Netzwerkdienste spezialisiert. In den Schwellenländern setzt Nokia auf den Vertrieb von klassischen Telefonen.

Huawei bleibt ein großer Konkurrent

Nokia hat für das 1. Halbjahr schwache Zahlen vorgelegt. Der Wachstumskurs konnte zwar wieder angetrieben werden, dafür wurde deutlich weniger verdient. Der Umsatz stieg um 4,8% auf rund 10,7 Mrd €. Unterm Strich hat sich der Gewinn halbiert und lag damit nur noch bei 0,02 € pro Aktie. Auf dem europäischen Markt kämpft Nokia mit starken Konkurrenten in einem anspruchsvollen Wettbewerb.

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Nokia-Aktie hat weiteres PotenzialSeit einiger Zeit ist die Nokia-Aktie wieder im Aufwind. Nach dem Verkauf der Handysparte könnte sich der positive Trend fortsetzen. › mehr lesen

Im Netzausbau wird Huawei immer stärker. Die Chinesen bekommen Unterstützung von ihrer Regierung und können ganz anders kalkulieren. Aufgrund der zu erwartenden Wettbewerbsbeeinträchtigungen soll Huawei bei dem 5G-Netzausbau in Europa ausgeschlossen werden. Doch was politisch durchaus konsensfähig erscheint, ist praktisch kaum durchsetzbar. Selbst die beiden größten europäischen Netzausrüster Nokia und Ericsson könnten die Auftragsflut zusammen nicht bewältigen. Die Nachfrage nach den ultraschnellen Datennetzen ist so groß, dass Huawei unausweichlich einen Teil der Aufträge bedienen muss. Der Konzern hat damit einen Fuß in der Tür für weitere Großaufträge aus Europa.

Lassen Sie sich nicht blenden!

Für Nokia sind das keine guten Nachrichten. Denn der Konzern kämpft immer noch mit seiner Umstrukturierung. Zudem drohen durch den Handelsstreit mit China jetzt auch Beschränkungen für Nokia, da nicht nur US-amerikanische, sondern internationale Projekte nicht mehr gerne gesehen werden. Die Aufträge bleiben oft bei den beheimateten chinesischen Unternehmen. Zwar ist Nokia gut positioniert, doch wächst die Konkurrenz. Die Dividendenrendite von 4,5% sollte Sie nicht blenden. Bleiben Sie der Aktie besser fern!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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