Wasserstoff: Immer mehr Einsatzgebiete

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Deutschlands größter Stahlproduzent Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff und der Schweizer Industriekonzern ABB entwickelt Brennstoffzellen-Boote. (Foto: nitpicker / shutterstock.com)

Die meisten von Ihnen werden beim Thema Wasserstoff vor allem an emissionsfreie Mobilität und hier vor allem an Autos mit Wasserstoff-Antrieb (Brennstoffzellen) denken. Doch die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff bzw. der Brennstoffzellentechnologie sind vielfältig.

Jetzt soll Wasserstoff auch verstärkt in der energieintensiven Stahlproduktion zum Einsatz kommen und diese damit sauberer machen. Mehr dazu gleich. Darüber hinaus erfahren Sie, wie ein Schweizer Industriekonzern die Seefahrt emissionsärmer machen will.

Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff bei Stahlproduktion

Der größte deutsche Stahlhersteller, Thyssenkrupp, hat am Montag dieser Woche in seinem Duisburger Werk einen Versuch gestartet: In einem Hochofen wird Kohlenstaub teilweise durch Wasserstoff ersetzt.

Wir leisten hier Pionierarbeit, so Thyssenkrupp-Stahlchef Premal Desai. Thyssenkrupp ist nach eigenen Angaben das weltweit erste Unternehmen, das Wasserstoff anstelle von Kohle in einen laufenden Hochofen bläst.

Beim Einsatz von Kohle im Hochofen landet klimaschädliches Kohlendioxid in der Luft.

Wenn jedoch die Kohle wenigstens teilweise durch Wasserstoff ersetzt wird, wird statt Kohlendioxid nur Wasserdampf freigesetzt.

Noch steht diese Technik bzw. das Produktionsverfahren erst ganz am Anfang. Doch früher oder später soll die Technik in allen 4 Hochöfen von Thyssenkrupp eingesetzt werden. Das Unternehmen sieht dadurch ein theoretisches Einsparpotenzial von rund 20% des sonst anfallenden Kohlendioxids.

Da insgesamt rund 30% der Treibhausgasemissionen der deutschen Industrie auf den Eisen- und Stahlsektor entfallen, ist das Bestreben von Thyssenkrupp sehr positiv. Ich werde Sie über den weiteren Fortgang auf dem Laufenden halten.

In Österreich setzt das Stahlunternehmen Voestalpine ebenfalls auf Wasserstoff, nutzt aber eine andere Technologie als Thyssenkrupp.

Schweizer Industriekonzern ABB entwickelt Brennstoffzellen-Boote

Ein weiteres Beispiel dafür, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff und Brennstoffzellen sind: Der Schweizer Industriekonzern ABB, der unter anderem auch Industrieroboter entwickelt und fertigt, entwickelt zusammen mit Ballard Power und anderen Partnern ein Fluss-Schubboot mit 200-Kilowatt-Brennstoffzellen, das ab 2021 eingesetzt werden soll.

Da im Schiffsverkehr besonders viel CO2 emittiert wird (zuletzt rund 940 Mio. Tonnen pro Jahr), steigt der Druck, diese Emissionen zu reduzieren. In Norwegen werden daher beispielsweise aktuell alle Fähren elektrifiziert.

Ziel des Projekts von ABB, Ballard Power und anderen Kooperationspartnern ist es, den Beweis der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erbringen. Das Fluss-Schubboot soll an Land produzierten, grünen Wasserstoff auf Basis regenerativer Energie nutzen, und mit Brennstoffzellen von Ballard Power angetrieben werden. Das ist für ABB ein sehr spannendes Projekt. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch in anderen Wachstumsbranchen tätig.

Aktuell leidet der Kurs der ABB-Aktie darunter, dass viele Unternehmensteile der Schweizer konjunkturabhängig sind und die Konjunktur derzeit schwächelt. Höchstkurse sind daher nur in guten Konjunkturphasen zu erwarten. Antizyklisch agierende Anleger können jetzt auf die Aktie setzen und werden in guter Konjunkturlage sehr wahrscheinlich dafür belohnt.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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