Wasserstoff: Jetzt kommt (politisch) Bewegung rein

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Die deutsche Politik entdeckt zunehmend das Thema Wasserstoff für sich. Eine positive Entwicklung. (Foto: Alexander Tolstykh / shutterstock.com)

Es gibt doch noch Bewegung in der deutschen Energiepolitik: Wie kürzlich bekannt wurde, startet Brandenburgs Landesregierung eine Bundesratsinitiative zur Unterstützung von grünem Wasserstoff und synthetischen Brennstoffen.

Wenn Sie den Schlussgong regelmäßig verfolgen, wissen Sie es längst: Meines Erachtens brauchen wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren einen vernünftigen Mix aus modernen Verbrennungsmotoren (hierzu zählt explizit auch der Diesel), E-Mobilität und Wasserstoffantrieben. Nur so kann es gehen!

Daher finde ich es gut, dass die Politik hierzulande weg kommt von der reinen Förderung von E-Mobilität und stattdessen nun auch Wasserstoff fördern möchte.

Grüner Wasserstoff soll gefördert werden

Mit der Förderung sollen Raffineriebetreiber die Möglichkeit erhalten, bei der Kraftstoff-Produktion grünen statt fossil erzeugten Wasserstoff einzusetzen und sich dies auf ihre CO2-Minderungsquote anrechnen zu lassen. Wir brauchen ganz schnell eine Umsetzung, so Wirtschaftsminister Jörg Steinbach in Potsdam.

Die Landesregierung hat die Initiative Ende Juli beschlossen und bereits in das parlamentarische Verfahren im Bundesrat eingebracht. Steinbach zeigte sich sehr optimistisch, eine Mehrheit hinter seinem Vorschlag zu versammeln.

Doch wofür Wasserstoff? Für diejenigen unter Ihnen, die es noch nicht wissen: Mit Wasserstoff können Brennstoffzellen betrieben werden, die unter anderem PKW, LKW, Busse, Schiffe und Züge antreiben können.

Ein wachsender Markt

Laut dem Beratungsunternehmen E4tech wurden 2018 weltweit 74.000 Brennstoffzellen-Systeme ausgeliefert. Das entspricht einer elektrischen Leistung von über 800 Megawatt. Franz Lechner, Managing Consultant bei E4tech äußert sich dazu wie folgt: 2018 gab es zwar kein exponentielles Wachstum, dennoch war es ein gutes Jahr für die Brennstoffzellenbranche.

Und für das laufende Jahr wird deutlich mehr Wachstum erwartet. Ebenfalls positiv ist, dass auch international belebende Impulse zu sehen sind. Japan, China und Korea werden hier zukünftig eine wichtige Rolle spielen und auch die deutschen Autozulieferer haben zuletzt mehr und mehr in diese Technologie investiert.

Bis 2030 werden nach Schätzung von Bosch bis zu 20% aller Elektrofahrzeuge weltweit mit Brennstoffzellen angetrieben, wobei der Konzern (ebenso wie ich) das größte Potenzial im Bereich der Nutzfahrzeuge sieht.

Meine Empfehlung

Setzen Sie nicht nur auf eine Karte. Machen Sie es stattdessen so wie ich in meinen Börsendiensten und setzen Sie auf einen vernünftigen Mobilitäts-Mix. Die Brennstoffzellentechnologie verbreitet sich wie Sie heute wieder erfahren haben zwar zunehmend. Allerdings wird es auch hier nicht so schnell gehen wie es sich einige Investoren von der E-Mobilität erhofft haben.

Daher werden einige derzeit maßlos überbewertete Wasserstoff-Aktien wie Kartenhäuser zusammenstürzen, wenn sich diese Erkenntnis verbreitet. Aber keine Sorge: Davon sind Sie nur dann betroffen, wenn Sie auf Unternehmen setzen, die ausschließlich im Bereich Wasserstoff oder bei der Brennstoffzellentechnologie tätig sind und aktuell zu Mondpreisen an der Börse gehandelt werden. Es gibt genug Unternehmen mit Wasserstoff-Sparte, die schon jetzt gutes Geld verdienen und an der Börse attraktiv bewertet sind.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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