WEF-Präsident warnt vor komplettem Systemzusammenbruch

Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos wird der „Global Risk Report“ veröffentlicht. Der aktuelle Bericht ist ein Weckruf. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Schon zum 13. mal in Folge befragte das WEF insgesamt gut 1.000 Top-Entscheider aus Politik und Wirtschaft zu den globalen Risiken. Das Ergebnis des Reports ist wahrlich beachtlich. Und zwar gerade vor dem Hintergrund, dass derzeit ja nur „positive“ Meldungen aus der Weltwirtschaft dominieren. Momentan ist ja die Rede von einem breiten, synchronisierten Aufschwung der Weltwirtschaft, der selbst in strukturschwachen Ländern spürbar ist. Angeblich würden sich im Jahr 2018 nur sechs Volkswirtschaften in der Rezession befinden.

Intensivierung der Risiken

Trotz dieser angeblich hervorragenden Entwicklung schlagen die 1.000 von Ende August bis Anfang November 2017 vom WEF befragten Top-Experten Alarm. Dem Report zufolge rechnen die Führungskräfte damit, dass im Jahr 2018 die Risikolage sich weiter zuspitzt. 59 Prozent der Befragten gehen von einer weiteren Intensivierung der Risiken aus.

Nur sieben Prozent hoffen auf einen Rückgang der Risiken. Besonders bemerkenswert ist, dass sage und schreibe 93 Prozent der Entscheider mit einer weiteren Verschlechterung in den Beziehungen der Großmächte rechnen. Das sollte wahrlich die Alarmglocken laut schrillen lassen!

Vielfältige Risiken

In dem viel beachteten Report hieß es, dass die Welt gleich an mehreren Stellen ihre Belastungsgrenze erreicht haben würde. Die Experten sehen allen voran in Umweltfragen große Risiken. Hier sind es Wetterextreme bzw. die fortschreitende Veränderung der klimatischen Bedingungen, die Anlass zur Sorge geben würde.

Deutlich höher gewichtet wurden in der aktuellen Umfrage auch die Risiken, die in einer Zunahme von sog. Cyberattacken gesehen werden. Unter dem Strich seien es vielfältige, zunehmende Risiken, die die Führungskräfte besorgt stimmen. Ob es nun die Sorge vor dem Verlust der biologischen Vielfalt oder die wachsende Angst vor einem möglichen Ausbruch neuer Kriege ist, die globale Elite blickt wenig entspannt ins Jahr 2018.

Ja, liebe Leser, selbst der Präsident des WEF, Herr Dr. Schwab, ermahnte alle Volkswirtschaften, den Risiken ernsthaft zu begegnen. Er merkte darüber hinaus sehr nachdenklich an, dass in den vergangenen Jahren Brüche entstanden seien, die die Institutionen, Gesellschaften und die Umwelt schwächen würden.

Diese Brüche müssten jetzt geheilt werden. Herr Schwab betonte in dem Kontext, dass das Risiko eines globalen Systemzusammenbruchs ernst genommen werden müsste. Vor dem Hintergrund dieser extremen Risikolage, ist es schon mehr als nur verwunderlich, dass die Investoren an den Aktienmärkten diese Gefahren ignorieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Mixtur der Risiken in die Preisfindung an den Märkten „eingepreist“ wird.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt