Weihnachtsgeschäft fällt für Ubisoft aus

Es gibt Tage im Leben eines Anlegers, die würde man am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Einen solchen Tag erlebten in der Vorwoche die Aktionäre des Spieleentwicklers Ubisoft Entertainment.

Der französische Computer- und Konsolenspiele-Hersteller schockte seine Aktionäre mit einer Verlustwarnung und schickte die Aktie auf Talfahrt. Panikartig verlor der Titel -26% und fiel auf ein neues Sechs-Monats-Tief.

Der Grund. Zwei der für das Weihnachtsgeschäft angekündigten Spiele werden aus Qualitäts-gründen nicht rechtzeitig fertig und gelangen vermutlich erst im Frühsommer in den Verkauf.

Die Verschiebung ist ein Desaster für Ubisoft, gilt das Weihnachtsgeschäft doch traditionell als der wichtigste Umsatz- und Ertragsbringer im Unternehmen. Wenn nicht zu Weihnachten, wann dann werden die neuesten Spiele für PC, Playstation, Wii und Xbox gekauft und verschenkt.

Die Konzernleitung zeigt sich mehr als betroffen, gelten die beiden Titel „Watch Dogs“ und „The Crew“ doch als Zugpferde im laufenden Geschäftsjahr, das abweichend vom Kalenderjahr, bei Ubisoft  am 30. März des Folgejahres endet.

Statt 125 Millionen Gewinn bis zu 70 Millionen Verlust

Fließen im Idealfall mit der Verschiebung des Geschäftsjahresendes die Umsätze und Erlöse des Weihnachtsgeschäftes  noch positiv in die Jahresbilanzen ein, kommt dies nun als Bumerang zurück. Auf 40 bis 70 Millionen Euro beziffert die Konzernleitung die operativen Verluste, die durch die Verschiebung entstehen.

Die Verlustwarnung sorgt für Entsetzen, ging man doch noch im Juni diesen Jahres von einem Umsatz bei 1,45 Mrd. Euro und einem Gewinn von 100 bis 125 Millionen Euro aus.

Doch es ist, wie es ist, die bisherigen Prognosen sind nicht mehr zu halten, der drohende Bilanzverlust und die Umsatzkorrektur um 560 Mio. Euro stehen im Raum und schockten die Anleger.

Die Aktionäre der Ubisoft Entertainment S.A. (WKN 901581, Ticker UEN) handelten rasch und konsequent, fast panikartige Verkäufe ließen am Mittwoch den Aktienkurs an der Pariser Börse von über 11,00 € auf ein neues Mehrmonats-Tief bei 8,18 €  abstürzen. Binnen weniger Minuten wurde das 8-fache der sonst üblichen Stückzahlen gehandelt und eine Börsenkapitalisierung von knapp 280 Mio. Euro vernichtet.

Das der Kursabsturz nicht ohne Folgen für den Point&Figure-Chart bleiben konnte, ist selbst-redend, das nachstehende Chartbild zeigt das ganze Drama.

Ubisoft-Chart 22-10-2013

(anklicken zum Vergrößern)

Die letzte Säule im Point&Figure-Chart, die rote O-Säule zeigt den heftigen Abverkauf der An-leger und drückt ihre Bedenken hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung aus. Noch hat sich in der gezeigten Chartcraft-Einstellung kein Point&Figure-Verkaufssignal gebildet, dazu müsste der Aktienkurs noch weiter, nämlich auf 4,75 € absinken.

Angebotsseite wird stärker, die Kurse könnten noch weiter sinken

Doch das jetzige Kursniveau stimmt schon bedenklich, hat sich doch im Bereich der 8,50 € nach dem Regelwerk des Point&Figure-Trading eine sogenannte „High-Pole-Warnung“ gebildet. Diese Point&Figure-Formation tritt auf, wenn nach einem vorherigen starken Kursanstieg (hier die letzte blaue X-Säule vom „A“ bis zur „8“) eine 50%ige Kurskorrektur erfolgt ist.

Entgegen der anderswo häufig zu lesenden Meinung, dass auf diesem Niveau ein Einstieg in den korrigierenden Wert lukrativ ist (Stichwort: Fibonacci-Trading), geht die Point&Figure-Charttechnik davon aus, dass hier ein klares Anzeichen für eine Verschiebung der Angebot-/ Nachfrage-Relation vorliegt. Eine deutliche Warnung, dass das Angebot die Oberhand gewinnen könnte und damit weitere Kursabgaben bevorstehen.

Wie es weitergeht mit der Ubisoft-Aktie, kann man anhand des obigen Charts bislang nicht ablesen. Zwei markante Punkte jedoch sind erkennbar. Bei Kursen von 4,75 € haben wir ein neues Point& Figure-Verkaufssignal (roter Kreis) und bei einem Kursanstieg auf 12,50 € ein  neues Point&Figure-Kaufsignal (grüner Kreis).

Bis zu beiden Marken ist es noch ein langer Weg, den es zurückzulegen gilt. Und dazwischen ist aus Sicht des Point&Figure-Trading einfach Niemandsland.


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22. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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