Weihnachts-Geschenke auf Pump

Das Weihnachts-Geschäft 2017 soll in Deutschland so gut wie noch nie werden. Von Vielen wird der Weihnachts-Trubel aber auf Pump finanziert. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Das Weihnachts-Geschäft 2017 wird offenbar für den Einzelhandel so gut wie noch nie werden.

So lautet jedenfalls der Tenor einer aktuellen Konjunktur-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Der Umfrage zufolge rechnen 87% der Einzelhandels-Unternehmen mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften. 2016 seien es nur 84% gewesen.

Der DIHK geht davon aus, dass der Einzelhandel mit Rückenwind ins Weihnachts-Geschäft gehen wird.

Mauer Verlauf bisher

Auch der Handelsverband HDE prognostiziert eine Umsatz-Steigerung beim Weihnachts-Geschäft. Hier hoffen die Experten auf ein Plus von 3% auf 94,5 Mrd. €.

Naja, das ist zumindest die Hoffnung… Ob am Ende dann auch ein solches Plus in den Kassen der Händler herauskommen wird, bleibt abzuwarten.

Fakt ist allerdings, dass der Einzelhandel vom bisherigen Verlauf des Weihnacht-Geschäfts enttäuscht ist. Das geht jedenfalls aus einer aktuellen Pressemitteilung des HDE hervor:

Die Umsätze in der Woche vor dem 2. Advent hätten unter denen der Vorwoche und auch unter denen der Vorjahres-Woche gelegen.

Der Fachhandel in den Innenstädten (besonders Händler für Bekleidung, Uhren und Schmuck) leide unter „schwachen Besucher-Frequenzen“, so der HDE

Geschenke auf Pump

Ja, schon jetzt lamentiert der Handel ein wenig, obwohl einer jüngsten Umfrage zufolge fast jeder 5. Deutsche für die Weihnachts-Einkäufe sein Konto überzieht und hohe Dispozinsen zahlt.

Laut einer veröffentlichten repräsentativen YouGov-Umfrage für das Kredit-Portal Smava sagten 17% der Befragten, sie würden für die Ausgaben für Weihnachts-Geschenke, Weihnachts-Essen, Reisen über die Feiertage und für die Silvesterfeier auch den Dispokredit ihrer Bank nutzen.

Weitere 16% sagten, sie würden das nicht ausschließen. Höchst beachtlich und bedenklich ist zugleich, dass die Mehrheit der Befragten (68%) nicht weiß, wie teuer das werden kann.

Fakt ist ja, dass der Zinssatz für Dispokredite im Schnitt immer noch bei gut 8% liegt.

Fazit

Ja, liebe Leser, unter dem Stricht bleibt festzuhalten, dass der Boom in Deutschland alles andere als stark ist.

Und zum anderen ist zu konstatieren, dass die Nullzins-Politik der Draghi-EZB in der harten Lebensrealität der Menschen nicht wirklich ankommt.

Für den Weihnachts-Einkauf auf Pump mittels Dispokredit müssen die Verbraucher immer noch gut 8% an Zinsen berappen – traurig, aber wahr.

Lassen Sie sich jedenfalls auf keinen Fall auf ein solch teures Unterfangen ein!

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.