Weitere Verschärfungen hinsichtlich des Bargeldes

Die EU plant eine Art Finanz-Geheimdienst. Hier erfahren Sie mehr. (Foto: Bjoern Wyzelich / shutterstock.com)

Die letzte Runde im Kampf gegen das Bargeld ist eingeläutet. Immer neue Maßnahmen sind der beste Beleg dafür.

Dabei wollen die Regierungen, gesammelt unter dem Bau der Europäischen Union, Ihnen dahingehend noch weitere Restriktionen auferlegen. Ungeachtet dessen, was sie Ihnen damit antun.

Die Abschaffung des Bargeldes bedroht Ihre autonome Existenz

Wir haben Ihnen aufgezeigt, was ein Bargeldverbot für Sie bedeutet: Ihre bürgerliche Freiheit wäre aufgelöst. Sie wären völlig abhängig vom Buchgeld der Banken. Sie würden die Wertaufbewahrungsfunktion des Bargeldes verlieren.

Sie könnten Ihr Sparguthaben nicht mehr in physisches Bargeld umtauschen und hätten damit keine Chance mehr, einem drohenden Wertverfall auszuweichen.

Sie könnten Ihre Ersparnisse nicht mehr vor dem Zugriff der Staaten und Banken und etwaiger Sonderabgaben oder Vermögenssteuern schützen.

Ihre finanzielle Autonomie würde Ihnen entzogen. Sie wären gläsern. Ihre Daten würden umfangreich erhoben und gespeichert.

Bargeldfeindliches Komitee

Hinzu kommt noch, dass das Komitee für Bürgerliche Freiheiten Justiz und Inneres (Committee on Civil Liberties, Justice and Home Affairs, kurz LIBE) eine weitere Cash-Verschärfung plant. Konkret: Für das Mitführen von Bargeld auf Reisen.

Bislang dürfen Sie bei der Ein- und Einreise in die EU bis 10.000 Euro mitnehmen. Diese Schwelle soll nun nach unten korrigiert werden. Und nicht nur das.

Gold, Edelsteine und Cash-Karten sollen als Bargeld gelten

Und so paradox soll es noch werden: Zukünftig sollen auch Gold, Edelsteine und Cash-Karten mit aufgeladenen Guthaben als Bargeld angesehen werden. Unverständlicherweise jedoch Kryptowährungen (z.B. Bitcoin) nicht.

Und wissen Sie, weshalb nicht? Weil es den Zollbehörden anscheinend an technischen Mitteln fehlt, Kryptowährungen zu entdecken.

Weitere Verschärfungen hinsichtlich des Bargeldes

Geht es nach LIBE sollen die Zollbehörden auch Bargeldsummen unterhalb von 10.000 Euro beschlagnahmen können. Zumindest zeitlich befristet, sollte der Verdacht krimineller Aktivitäten bestehen.

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Zudem sollen EU-Bürger künftig auch Bargeld angeben, dass per Frachtsendung verschickt wird.

Vereinheitlichung der EU-Bargeld-Kontrollen

Der Hammer kommt aber noch: Das Komitee für Bürgerliche Freiheiten Justiz und Inneres will noch viel mehr.

So forderten seine Mitglieder die EU-Kommission dazu auf, ein Gesetz einzubringen, das die verschiedenen Regeln für Bargeld-Kontrollen in den einzelnen Mitgliedstaaten vereinheitlicht.

Doch noch viel mehr will LIBE. Halten Sie sich fest, bevor Sie weiterlesen.

Kommt der EU-Finanz-Geheimdienst?

Die Mitglieder des Komitees streben gar eine Art Finanz-Geheimdienst an. Und zwar bis zum Jahr 2019. Einen Namen dafür gibt es auch schon – so konkret sind die Überlegungen bereits: Union Financial Intelligence Unit.

Ist das nicht verrückt?

Die Abschaffung des Bargeldes wird immer konkreter

Sie sehen: Der Kampf gegen das Bargeld schreitet mit Riesenschritten voran. Kein Politiker erzählt Ihnen etwas darüber.

Oder haben Sie etwas davon im jüngst zurückliegenden Bundestagswahlkampf, bei den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen oder bei den Sondierungen zu einer Großen Koalition (GroKo) gehört?

Und dabei geht es um nichts anderes als den Verlust Ihrer finanziellen Autonomie und der einzigen Möglichkeit, Ihre Ersparnisse vor dem Zugriff von Staaten und Banken (z.B. vor Sonderabgaben oder Vermögenssteuern) zu schützen.

Letztlich geht es um Ihre Freiheit.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.