Welche Aktien Warren Buffett zuletzt gekauft hat

Der DAX konnte heute kräftig zulegen und gewann 1,6%. Damit kommt die Marke von 9.500 Punkten wieder in Reichweite. Handfeste Daten, die den Kursanstieg erklären, gab es heute nicht.

Einige Investoren kommen einfach zu dem Ergebnis, dass die größten Konjunktursorgen im Herbst ein wenig übertrieben waren. Die Wirtschaft wächst auch 2015 – und damit auch die Unternehmensgewinne.

Im Zusammenhang mit der gestrigen „Schlussgong“-Ausgabe, in der ich Ihnen den jüngsten Deal von Investorenlegende Warren Buffett vorgestellt habe, den Kauf des Batterien-Herstellers Duracell, erreichte mich eine Anfrage eines Lesers, der wissen möchte, welche Aktien Buffett ansonsten in jüngerer Vergangenheit gekauft hat.

Daher möchte ich Ihnen heute die Buffett-Transaktionen des 3. Quartals 2014 vorstellen, die er über seine Beteiligungs-Holding Berkshire Hathaway getätigt hat.

Das hat Buffett im 3. Quartal 2014 gekauft

Der Altmeister war im 3. Quartal wieder sehr aktiv. Bei fünf seiner bereits bestehenden Depot- Positionen hat Buffett seinen Anteil aufgestockt. Wie aus einer Pflichtmeldung an die US-Finanzaufsicht SEC hervorgeht, hat Buffett bei Directv, Charter Communications, Wal Mart Stores und General Motors erhöht.

Daneben stockte er seinen Anteil an dem Technologiekonzern IMB auf und hält dadurch inzwischen 7,1% der IBM-Anteile. Damit ist IBM die derzeit viertgrößte Position im Buffett-Portfolio. Zu den weiteren Top-Positionen zählen Wells Fargo, Coca-Cola, American Express, Wal Mart, Procter & Gamble und Exxon Mobil.

Aktienrückkäufe oder aktive Zukäufe

Wenn Sie die Vergrößerung der bestehenden Positionen von Warren Buffett unter die Lupe nehmen, müssen Sie sich allerdings folgende Frage stellen: Hat Buffett tatsächlich seinen Aktienanteil aktiv aufgestockt (also Aktien gekauft) oder ist sein Anteil „nur“ durch Aktienrückkäufe größer geworden?

Zur Erläuterung: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und diese danach vernichtet, steigt der Anteil der Aktionäre an dem Unternehmen, ohne dass die Aktionäre weitere Aktien erwerben müssen.

Ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn Sie 100 von 1.000 Aktien eines Unternehmens halten, verfügen Sie über 10% der Aktien. Wenn das Unternehmen dann 100 Aktien von anderen Aktionären zurückkauft und anschließend vernichtet, halten Sie danach 100 von 900 Aktien des Unternehmens. Somit halten Sie dann 11,1% der Anteile, ohne dass Sie einen einzigen Cent zusätzlich investiert haben.

Darum lief es für Buffett zuletzt so gut

Die Aktie von Berkshire Hathaway, der Beteiligungs-Holding von Warren Buffett, kannte zuletzt nur eine Richtung. Sie kletterte stetig und unaufhaltsam in Richtung Norden. Der Hauptgrund dafür ist die robuste US-Konjunktur, die vor allem von einer guten Binnennachfrage – also einer großen Kauflaune der Amerikaner – getrieben wird.

Im Oktober stiegen die Einnahmen im US-Einzelhandel um 0,3%. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,2% gerechnet. Da Buffett vornehmlich in den USA investiert ist, profitiert er maßgeblich von dieser Entwicklung.

Weiterhin wird die positive Entwicklung des Buffett-Portfolios und damit auch der Berkshire-Hathaway-Aktie von der guten Entwicklung des US-Aktienmarktes im laufenden Jahr beeinflusst.

Fazit: Buffett richtete zu Recht seinen Fokus auf die USA

Warren Buffett hat in seinem jüngsten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway deutlich formuliert, dass er sich nicht nur in den USA nach neuen Übernahmezielen und Beteiligungen umsieht.

Doch hat er ebenfalls deutlich darauf hingewiesen, dass sich aktuell in den USA die aus seiner Sicht besten Chancen bieten und hatte damit wieder einmal vollkommen Recht, wenn Sie 2014 die Aktienkursentwicklungen in den USA und Europa miteinander vergleichen.

18. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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