Welche Goldminen vom steigenden Goldpreis in 2015 besonders profitieren

Gold gilt als Krisenwährung. Das Edelmetall ist besonders dann beliebt, wenn an den Aktienmärkten Verunsicherung herrscht. Das war vor allem während der weltweiten Finanzkrise zu spüren: Damals zog der Goldpreis kräftig an und erreichte 2011 einen Höchststand von mehr als 1.800 Dollar je Feinunze.

Doch seit 2012 geht es deutlich abwärts. Im vergangenen Jahr rutschte der Preis je Feinunze auf unter 1.400 Dollar und hat diese Marke seither nicht mehr überschritten. Derzeit liegt der Goldpreis bei rund 1.200 Dollar.

Folgt nun bald die Kehrtwende oder geht es noch weiter abwärts? Diese Frage ist essenziell für alle, die bereits in Goldminen investiert haben oder planen, dies zu tun. Denn die Bewertung der Minen hängt entscheidend davon ab, wie sich der Goldpreis in Zukunft entwickelt.

Fällt die Feinunze, droht mancher Mine das Aus

Steigt der Preis für das Edelmetall, so steigt auch der Wert der entsprechenden Minen. Fällt die Feinunze jedoch in Richtung 1.000 Dollar, kann dies für manch einen Minenbetreiber eine existenzgefährdende Bedrohung darstellen.

Hintergrund sind neben der generell immensen Verschuldung der Branche die hohen Abbaukosten. Fällt der Goldpreis, wird das Geschäft schlichtweg unrentabel. Die Minenbetreiber erwirtschaften keinen Gewinn mehr oder rutschen gar in die Verlustzone bis hin zum Konkurs.

Gut beraten sind daher Anleger derjenigen Minen, die ihre laufenden Kosten zuletzt senken konnten – selbst wenn sie dafür zum Teil Kapazitäten aufgeben mussten.

Als unter- oder günstig bewertet schätzen Analysten derzeit etwa Primero Mining, Iamgold oder Argonaut Gold ein, während sie vor den tendenziell überbewerteten New Gold, Barrick Gold und Endeavour Mining warnen.

Es winken Gewinne – es drohen Verluste

Die günstig bewerteten Minen sind besonders für diejenigen Investoren attraktiv, die auf einen steigenden Goldpreis spekulieren, da ihr Wert dann überdurchschnittlich stark ansteigt und hohe Gewinne locken. Umgekehrt bergen sie jedoch auch hohe Risiken, sollte sich der Goldpreis gegenläufig entwickeln und die Unze in Richtung 1.000 Dollar abstürzen. Dann drohen Minenbetreibern wie Anlegern hohe Verluste.

Wohin also tendiert das Gold? Manche Experten rechnen für 2015 mit einer steigenden Tendenz und einer Aufholjagd in Richtung 1.400 Dollar.

Angesichts zahlreicher Krisenherde und ungelöster Konflikte erscheint das durchaus plausibel: Verschärft sich der Konflikt des Westens mit Moskau um die Ukraine oder eskaliert die Lage in den Gebieten weiter, in denen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ seit einigen Monaten für Angst und Schrecken sorgt, könnten sich Anleger verunsichert zeigen und wieder stärker auf Edelmetalle denn auf Aktien setzen.

Auch die wenig rosigen Konjunkturaussichten deuten in diese Richtung. Andererseits zeichnet sich eine weitere Geldflut der Notenbanken ab, diesmal ist die Europäische Zentralbank am Zug. Sie könnte bereits Anfang des neuen Jahres für frisches Kapital sorgen und die Aktienmärkte beflügeln, was den Goldpreis zunächst einmal nicht unbedingt anschiebt.

Wer auf Minenbetreiber setzt und auf hohe Renditen hofft, sollte sich also bewusst sein, was er tut: spekulieren.

5. Dezember 2014

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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