Welche Immobilien-Eigenschaften werden in den nächsten Jahren wichtiger?

Egal was passiert, gewohnt wird immer. Die Frage ist nur wie. Manche Faktoren zeichnen sich aber ganz deutlich ab. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Der Trend geht seit Jahren – wenn auch langsamer als es die Branche gerne hätte – zum Smart-Home. Wobei hier nicht – auch wie es die Branche gerne hätte – der selbständig nachkaufende Kühlschrank im Fokus der Zielgruppe ist, sondern verschiedene Methoden von Überwachung und Sicherheit der eigenen vier Wände.

Ob ein Zuhause smart vernetzt ist, spielt aber aktuell für die Vermietbarkeit noch kaum keine Rolle. Und wie es sich in Zukunft gestalten wird, kann auch kaum vorhergesagt werden. Andere Aspekte sind dabei deutlich handfester.

Faktoren für Investoren

Essenziell ist es dabei, auf aktuelle Bautätigkeiten zu achten. Die Neubauten von heute konkurrieren in 10 bis 20 Jahren ebenfalls mit dem „normalen“ Bestand.

Wenn Sie sich aktuell im Neubau-Sektor umschauen, werden Sie Folgendes feststellen:

Praktisch jede Wohnung weist Terrasse oder Balkon auf, Aufzüge und barrierefreies Wohnen sind an der Tagesordnung und die Nebenkosten sind durch energieeffizientes Bauen und Heizen sehr gering.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie an Standorten, die nicht komplett überrannt werden, in der Zukunft mit der 2-Zimmer-Wohnung im 4. Obergeschoss ohne Aufzug und ohne Balkon und mit einer alten Ölzentralheizung keinen Blumentopf mehr gewinnen werden.

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Auf der anderen Seite stechen Sie diese Wohnungen umso leichter aus, wenn Sie auf die vorgenannten Merkmale jetzt schon achten. Sie müssen sich nicht zwangsweise einen Neubau leisten, der mancherorts auch kaum bezahlbar ist, aber bereits jetzt verstärkt auf Aufzug und Balkon zu schauen, wird sich bezahlt machen.

Insbesondere in schweren Zeiten, die von Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt sein können, werden Sie den (noch) vorhandenen Mietmarkt leichter bedienen können und über den Mietpreis die Nachfrage zu Ihren Gunsten leicht erhöhen können.

Die eh schon mit am günstigsten angebotene Wohnung im 4. Obergeschoss ohne Aufzug und ohne Balkon können Sie kaum über den Preis attraktiver machen, denn dann ginge die Rechnung auch nicht mehr auf. Abgesehen davon, dass sich die von der Bonität her attraktiven Mieter kaum dafür interessieren werden.

Regionale Aspekte

Vor Jahren war die eigene Garage noch der pure Luxus in den Großstädten und ein ebenso seltenes wie gesuchtes Gut. Dieser Stellenwert wird immer geringer werden. Viele der jüngeren urbanen Bewohner haben gar kein eigenes Auto mehr und sehen auch keine Notwendigkeit dafür.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln stehen Sie nicht im Stau, der nächste Supermarkt ist meistens gar bequem per Fuß erreichbar und für den Umzug oder Familienausflug leihen sie sich ein Auto eines Carsharing-Anbieters. Und auch das autonome Fahren wird aller Voraussicht nach die Mobilität noch flexibler gestalten, beispielsweise indem für einzelne Touren kein menschlicher Fahrer mehr mit gebucht werden muss.

So sehr dieser Trend, vom eigenen Auto weg zu kommen, in der Stadt nachhaltiger wird, so sieht es am Land noch anders aus. Ob auch hier der eigene Pkw in (naher) Zukunft komplett wegzudenken ist, wage ich (noch) zu bezweifeln. Eine eigene Garage für den Mieter ist nach wie vor ein großer Pluspunkt.

Fazit:

Der Spruch „Gewohnt wird immer“ wird natürlich auch in Zukunft Bestand haben. Man müsste ihn aber mit einem Zusatz konkretisieren: „…, aber in der Zukunft nicht mehr überall dort, wo es aktuell noch der Fall ist.“ Fragen Sie sich also bei der Suche nach dem nächsten Investment unbedingt, ob Ihre potenzielle Immobilie nicht nur aktuell, sondern auch in Zukunft konkurrenzfähig sein wird.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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