Welche Perspektiven bieten jetzt die Auto-Aktien?

Die Automobil-Branche steht derzeit wieder einmal im Fokus der Öffentlichkeit:

Zum Wochenauftakt meldete der französische Autohersteller Peugeot S.A. (WKN: 852363) den Vollzug der Übernahme von Opel.

Und in der Schweiz startete soeben der Genfer Autosalon.

Das ist doch ein schöner Anlass einmal auf die Charttechnik des Sektors zu schauen. Und anschließend werfen wir noch einen Blick auf die Entwicklung der deutschen Autobauer.

Verweilen wir jedoch zunächst noch einen Moment bei der Opel-Peugeot-Transaktion:

Zwar können Sie keine Opel-Aktien kaufen, aber vielleicht ist nach diesem Deal ja die Peugeot-Aktie für Sie als Anleger interessant.

Denn immerhin wollen die beiden Firmenchefs, Karl-Thomas Neumann von Opel und Carlos Tavares von Peugeot, künftig gemeinsam einen „europäischen Auto-Champion“ erschaffen und die „Nr. 2“ in Europa werden.

Opel-Peugeot – Wirklich keine Traumhochzeit

Ganz ehrlich? – Ich habe da so meine Zweifel…

Ja: Die beiden neuen Partner können ab jetzt gemeinsam neue Modelle entwickeln.

Ja: Sie können durch eine Vereinheitlichung der Plattformen vielleicht auch Kosten sparen, indem sie den Autozulieferern aufgrund der neuen Größe weitere Preis-Zugeständnisse abpressen.

Doch damit erschöpfen sich die Möglichkeiten auch schon:

Beide Autohersteller gewinnen nicht wirklich etwas hinzu, da sie die nahezu identischen Märkte abdecken: Europa.

In den wichtigen Absatzmärkten China und USA sind sie praktisch nicht vertreten!

Daran ist schon General Motors gescheitert

Das für mich indes wichtigste Gegenargument ist die Selbstüberschätzung der Franzosen:

Sie glauben offensichtlich allen Ernstes das zu schaffen, was der bisherigen Konzern-Mutter General Motors de facto nie gelungen ist: aus Opel ein profitables Unternehmen zu machen.

Was glauben Sie denn, warum die US-Mutter solch ein dringendes Interesse daran hatte die ungeliebte Tochter von Ersatzeltern weiter aufziehen zu lassen?

Auch eine Commerzbank hatte einmal die Vision sie könnte eine Dresdner Bank profitabel machen, nachdem es einem top-organisierten Konzern wie der Allianz jahrelang nicht gelungen war.

Wir wissen, was daraus geworden ist…

Und in der Autobranche selbst gibt es auch Beispiele, bei denen Ehen letztlich doch wieder geschieden wurden; ich erinnere hier nur an Daimler-Chrysler oder an BMW-Rover.

Last not least: Derzeit ist der Peugeot-Kurs aufgrund der Übernahme-Spekulationen ohnehin massiv überkauft, wie Sie gleich noch sehen werden.

Daher empfiehlt es sich zumindest eine Korrektur der Aktie abzuwarten.

Autobranche: Aufwärts ohne Dynamik

Doch zurück zur Autobranche. Schauen wir zunächst einmal auf die Charttechnik des DAXsectors Automobile:

daxsector automobile_07-03-2017

DAXsector Automobile in einem schwachen Aufwärtstrend

Sie sehen, die Aktien der Autohersteller bewegen sich seit Dezember 2016 in einem langfristigen Aufwärtstrend: Der Branchen-Index notiert über der inzwischen ansteigenden 200-Tage-Linie.

Vom Hocker reißt einen diese Entwicklung indes auch nicht gerade.

Die Großinvestoren (abzulesen am On-Balance-Volumen) haben zwar im Dezember und Januar ihre Auto-Positionen aufgestockt – das war‘s dann aber auch erst einmal.

Nun, vielleicht verleiht ja der Genfer Autosalon den Auto-Aktien etwas frischen Fahrtwind.

BMW, Daimler, VW und Peugeot im Vergleich

Blicken wir zum Abschluss noch auf einen Vergleichs-Chart der 3 deutschen Autohersteller. Aus aktuellem Anlass habe ich auch noch die Peugeot-Aktie mit einbezogen:

autoaktien im vergleich_07-03-2017

Autoaktien im Vergleich: Peugeot hat die Nase vorn.

Es ist schwerlich zu übersehen: Einzig die Peugeot-Aktie hat es geschafft, ihr 2015er-Top wieder zu erreichen.

Das macht den Franzosen indes auch zugleich anfällig für eine Korrektur; erst recht nach der jüngsten Rallye.

BMW und Daimler bewegen sich sozusagen im Gleichmarsch – und noch immer in einem Abwärtstrend. VW ist hingegen mit seiner Abgas-Affäre ohnehin ein „Fall für sich“.

7. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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