Welcher Aktienanteil im Depot für Sie optimal ist

In der gestrigen Ausgabe habe ich Ihnen aufgezeigt, wie wichtig ein sinnvoller Mix der verschiedenen Geldanlagen ist, gerade im Hinblick auf die aktuell extrem schwache Börsensituation.

Aktien gehören zwar in jedes gut strukturierte Depot, jedoch nur als ein Baustein von vielen.

Natürlich stellt sich dabei die Frage, welche Höhe des Aktienanteils sinnvoll ist. Diesem Thema widme ich mich in der heutigen Ausgabe.

Die alte Faustformel: 100 – Alter = Aktienanteil in %

Dies bedeutet beispielsweise, dass ein 40-jähriger Anleger einen Aktienanteil von 60% haben kann. Diese alte Faustregel wird auch heute noch immer gerne aufgeführt. Allerdings sollten Sie diese nur als ganz groben Richtwert ansehen, da sie nicht die individuelle Lebenssituation berücksichtigt.

Sinnvoll: Die Berücksichtigung von Risikoeinstellung und Ihrer Anlagedauer

Daher ist es für Sie sinnvoll, wenn nicht gar notwendig, den groben Richtwert, den Ihnen die genannte Faustformel bietet, an Ihre persönliche Lebenssituation anzupassen. Die beiden entscheidenden individuellen Kriterien sind dabei Ihre individuelle Risikoneigung sowie Ihre geplante Anlagedauer.

Generell gilt dabei: Je höher Ihr Sicherheitsbedürfnis, desto geringer sollte der Aktienanteil sein. Und je länger Ihr geplanter Anlagehorizont, desto höher darf der Aktienanteil ausfallen.

Wie groß ist Ihr Sicherheitsbedürfnis?

Passen Sie Ihr Anlageverhalten Ihrem persönliches Sicherheitsbedürfnis an. Schließlich müssen Sie damit leben. Wer mit einem hohen Aktienanteil im Depot in schlechten Börsenzeiten nachts kaum schlafen kann, weil sich alle Gedanken um Verlustängste drehen, sollte den Aktienanteil – bis zu einer vertretbaren Gewichtung – verringern.

Wer hingegen regelmäßig unzufrieden mit den Mini-Renditen ist, den eine auf hohe Sicherheit bedachte Geldanlage abwirft, sollte überlegen, den Aktienanteil zu erhöhen.

Anlagehorizont: Wie lange wollen oder können Sie das Geld anlegen?

Wenn Sie Ihr Geld mehrere Jahrzehnte in Aktien anlegen wollen, können Sie guten Gewissens einen deutlich höheren Aktienanteil wählen. Denn in diesem Fall brauchen Sie sich über zwischenzeitliche Börsencrashs überhaupt keine Sorgen zu machen. Es bleibt schließlich noch genügend Zeit, die Verluste wieder aufzuholen.

Ganz anders stellt sich die Situation dar, wenn Sie das Geld mittel- oder kurzfristig brauchen, beispielsweise, weil Sie in einem Jahr damit ein Haus kaufen möchten. In diesem Fall wäre ein hoher Aktienanteil viel zu riskant, da ein Börsencrash den Hauskauf gefährden könnte.

Kurzfristiges Investieren in Aktien ist mit hohem Risiko verbunden, mit kleinem Geld können Sie sich solche Zockereien zwar erlauben, der Großteil sollte dann aber sicher angelegt sein.

Dazu noch ein Tipp: Zum Ende der beabsichtigten Haltedauer Ihrer Investments empfehle ich Ihnen, Ihren Aktienanteil schrittweise zu reduzieren. So gehen Sie unliebsamen Überraschungen, sprich einem plötzlichen Kursrückschlag, kurz bevor Sie das Geld brauchen, aus dem Weg.

27. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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