Weltspartag: Deutsche sparen trotz Nullzinspolitik

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Erfahren Sie jetzt, warum die Deutschen trotz historisch niedriger Zinsen weiterhin auf Zins-Produkte setzen und was Sie anstelle dessen tun sollten. (Foto: Watchara Ritjan / shutterstock.com)

Haben Sie es bemerkt? In dieser Woche fand der Weltspartag statt. Der Weltspartag findet alljährlich in der letzten Oktoberwoche statt. Die Idee für diesen Tag geht auf den 1. Internationalen Sparkassenkongress (First International Thrift Congress) im Oktober 1924 zurück.

Die Deutschen gelten als Meister des Sparens und werden auch in diesen Tagen ihrem Ruf gerecht. Denn: Aktuell legen die Privathaushalte in Deutschland rund 10% ihres verfügbaren Einkommens zurück. Von 100 Euro, die einem privaten Haushalt in Deutschland zur Verfügung stehen, landen also etwa 10 Euro im Sparstrumpf. Verglichen mit vielen anderen Ländern (beispielsweise USA) ist das eine recht hohe Sparquote.

Die Deutschen sparen oftmals falsch

Das Problem: Die Deutschen sparen oftmals falsch. Sie setzen nach wie vor schwerpunktmäßig auf Zinsanlagen, die keine positive Realrendite bringen. Immerhin beeinflusst der anhaltende Niedrigzins gemäß des aktuellen Vermögensbarometers der Sparkassen die Menschen im Jahr 2019 stärker als in den Vorjahren.

Für 44% spielt der Zins eine (sehr) wichtige Rolle bei Entscheidungen über die Geldanlage. Exakt 40% haben ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsen angepasst, wobei knapp die Hälfte aus dieser Gruppe (46%) mit der Wahl anderer Anlageprodukte reagiert hat oder reagieren will. Die Analyse belegt zudem: Wer über mehr Geld verfügt, hat eher die Möglichkeit, mit dem Problem niedriger Zinsen umzugehen als Menschen mit weniger Geld.

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Zwar geben 40% der Befragten an, ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsen angepasst zu haben, doch nach wie vor ist die Aktienquote der Deutschen viel zu niedrig. Daher ist die Anpassung des Sparverhaltens vieler deutscher Sparer schlichtweg nicht zielführend. Denn positive Realrenditen lassen sich im Grunde nur mit Aktien erzielen.

Oft wird Sicherheit zu hoch gewichtet, was dazu führt, dass die Sparer mit Sicherheit Geld verlieren. Denn mit Zinsanlagen verlieren Sie in den allermeisten Fällen schon, wenn Sie die Inflation berücksichtigen. Steuern und Transaktionskosten kommen noch hinzu. Bedenken Sie: Auf Tagesgeldkonten erhalten Sie im Augenblick einen durchschnittlichen Zins von 0,01%. Nach Abzug von Inflation bleibt ein Realzins von rund -1,5%!

Setzen Sie auch auf Aktien

Wenn Sie hingegen Ihr Vermögen erhalten wollen oder sogar welches aufbauen wollen, müssen Sie Risiken eingehen und mit Kursschwankungen leben.

Aus meiner Sicht kommen Sie dann, wenn Sie Ihr Vermögen mehren wollen, nicht an Aktien vorbei. Und: Auf lange Sicht können Sie mit Aktien fast nur gewinnen. So brachte der deutsche Leitindex DAX beispielsweise in den vergangenen 31 Jahren (seit der Gründung im Jahr 1988) eine jährliche Durchschnittsrendite von rund 8% (inklusive Dividenden).


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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