Weltspartag ohne Zinsen macht keinen Sinn

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Ende des Monats findet der diesjährige Weltspartag statt. Da Sparen ohne Zinsen jedoch keinen Sinn macht, sollten Sie Investieren statt zu sparen. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Ende des Monats findet der Weltspartag statt. Heute hat er kaum noch eine Bedeutung. Vor 40 Jahren jedoch war der Weltspartag für mich ein besonderer Tag. Ein Jahr lang habe ich das Kleingeld gesammelt und Groschen für Groschen in die Spardose gesteckt. Am Weltspartag folgte dann mit den Geschwistern und den Eltern der Gang zur örtlichen Bank. Dort wurde die Spardose geöffnet und das Geld gezählt.

Dabei gab es mehrfach Glücksgefühle: Ich war gespannt auf die im Jahresverlauf gesparten „Schätze”, ich war stolz, dass der Betrag auf dem Sparbuch Jahr für Jahr wuchs, und es war aus meiner Sicht eine tolle Belohnung, dass an dem Tag auch immer die Zinsen des vergangenen Jahres im Sparbuch gutgeschrieben wurden.

Was ich durch den Weltspartag gelernt habe

Ich habe durch den Weltspartag gelernt, dass man belohnt wird, wenn man nicht alles ausgibt, sondern spart, und ich habe mich an den Gang in die Bank gewöhnt. Als ich dann als Jugendlicher regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften ausgetragen habe und größere Summen sparen konnte, habe ich meinen Bankberater gefragt, welche Zinsprodukte gerade die besten Renditen abwerfen.

Das Grundprinzip war immer gleich: Kurze Anlagedauer = kleine Zins-Renditen, lange Anlagedauer (Bundesschatzbriefe mit 7 Jahren Laufzeit) = stetig steigende Renditen. So habe ich schon mit relativ kleinen Summen gelernt, strategisch zu sparen.

Warum ich Ihnen diese Geschichte aus meiner Jugend erzähle? In einer Null-Zins-Welt macht ein Weltspartag praktisch keinen Sinn mehr. Wie will man einem Kind erklären, dass es sich lohnt, zu sparen, wenn es keine „Zins-Geschenke” gibt?

Früher wurden Sparer belohnt; heute werden sie bestraft

Es kommt noch schlimmer: Sparen wird nicht nur nicht mehr belohnt, sparen wird immer häufiger sogar bestraft. Laut Handelsblatt-Bericht aus dem September verlangen bereits 126 Finanzinstitute in Deutschland Strafzinsen. Vor einem Jahr waren es erst 13. Noch sind im Regelfall nur größere Geldvermögen betroffen, aber die Freigrenzen sinken stetig.

Es geht dabei nicht darum, ob der Minus-Zins bei 0,1 oder 0,2 Prozent liegt. Es geht um die geistige Haltung: Wer spart, der ist der Dumme und wird bestraft. „Clever“ ist der, der die verfügbaren Mittel in den Konsum steckt und so Strafzinsen vermeidet.

Kurzfristig mag das ein Hebel sein, um die Konjunktur anzukurbeln. Aber langfristig ist das ein katastrophales Zeichen. Menschen müssen schon früh lernen, für ihre Ziele zu sparen. Beispielsweise für den Führerschein, das erste Auto oder später für das Eigenheim. Wer das Sparen in jungen Jahren nicht gelernt hat, wird im späteren Leben dafür bezahlen.

Die Lösung: Aus Zins-Sparern müssen Aktien-Anleger werden. Wie Sie kontinuierlich an der Börse investieren und so für sich selbst oder auch für Ihre Kinder oder Enkelkinder über längere Zeit ein kleines Vermögen ersparen oder aus einem kleinen Vermögen ein größeres Vermögen machen können, erfahren Sie morgen und übermorgen an dieser Stelle hier im Schlussgong.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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