Weltweit rückläufige Absatzzahlen bei PCs

Apple Logo RED_shutterstock_365917562_pio3

Obwohl das PC-Geschäft bereits im 14. Quartal in Folge schrumpft, konnten die Branchenführer HP, Apple und Lenovo Wachstum verzeichnen. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Auch 2018 befindet sich das Geschäft mit klassischen PCs auf dem Rückzug. Im ersten Quartal wurden 61,7 Mio. PCs ausgeliefert. Das sind 1,4% weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders drastisch sanken die Auslieferungen in China. Dort wurden 5,7% weniger PCs verkauft. In den USA sanken die Verkäufe um 2,9%.

In der EMEA-Region wuchsen die Verkäufe hingegen um 1,7%. Betrachtet man nur Deutschland, liegt der Absatz 3,6% unter dem Vorjahreswert. Dies liegt vor allem am schwachen Privatkundengeschäft (-17,5%). Das Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs um 6,4%. Der Umstieg auf Windows 10 sowie die neue Datenschutzgrundverordnung sorgten für flächendeckende Modernisierungsmaßnahmen.

Obwohl weltweit das Geschäft bereits im 14. Quartal in Folge schrumpft, konnten die Big Player ein Wachstum verzeichnen. HP, Apple und Lenovo steigerten ihren Absatz entgegen des Markttrends.

Kundenwünsche im Umbruch

So schnell wie sich die technischen Möglichkeiten verändern, fluktuieren auch die Kundenwünsche. Während Ultrabooks, die leistungsstarke und besonders mobile Variante des Laptops, immer beliebter werden, sind die weltweiten Verkaufszahlen von Tablets rückläufig. Deren Nische zwischen leichten und mobilen Laptops und immer größer werdenden Smartphones wird immer enger. Auch die weltweiten Smartphone-Verkäufe stagnieren. Nur wenige Hersteller wie Apple können noch Absatzwachstum vermelden. Während die Absatzzahlen seit 2017 nicht mehr steigen, wachsen die Umsätze kräftig weiter. Die Smartphones werden einfach immer teurer.

iPhone-4-Apple.jpg

Apple Aktie: Mit neuen Produkten die Schulen erobernDie Apple Aktie bleibt unter Druck: Ein neues iPad für Schulen kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht wirklich überzeugen. › mehr lesen

Geschäftsmodelle verändern sich

So langsam wird deutlich, dass viele Hardwarehersteller nicht mehr weiter wachsen können, da zahlreiche Märkte bereits saturiert sind. Doch es gibt Ausnahmen: Apple wächst weiter, indem das Unternehmen Zubehör und Inhalte für die Geräte anbietet. Fast jeden zweiten Euro verdient die deutsche Musikindustrie inzwischen online. Apple hält weltweit ungefähr ein Fünftel des Marktes für Musikstreaming.

Doch auch andere Unternehmen müssen sich verändern: Netzwerkanbieter wie Cisco sehen sich plötzlich mit einer neuen Welt konfrontiert. Noch vor einigen Jahren hatte jedes Unternehmen seine eigene EDV-Struktur im Haus. Firmen und Behörden investierten in riesige Hardwarestrukturen. Heute wird mehr und mehr in die Cloud verlegt. Netzwerke und Server, die ganze Kellerräume füllen, gehören der Vergangenheit an.

Zukunftsorientierung als Überlebenszwang

Auch IBM wendet sich langsam der Zukunft zu. Big Blue, das Urgestein der Branche, hat sich lange schwer damit getan im 21. Jahrhundert anzukommen. Inzwischen konzentriert sich der Konzern, wie viele andere auch, auf Cloud-Computing und die Entwicklung von kundenorientierter Software. Alleinstellungsmerkmal des Konzerns ist die Künstliche Intelligenz Watson, mit der IBM zahlreiche individuelle Kundenlösungen anbietet. Wie alle anderen Hardwarehersteller versucht das Unternehmen mit Komplettlösungen zu überzeugen.

Auch HP orientiert sich zunehmend Richtung Zukunft und investiert in seine Marktposition im Bereich 3D-Druck.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.