Weltwirtschaftskrise 1929: Mit Goldaktien sicher durch die Stürme der Zeit

In diesen Tagen wird viel darüber nachgedacht, ob sich die aktuelle Wirtschaftskrise ähnlich entwickeln könnte wie die große Depression bekannte Weltwirtschaftskrise von 1929 bis – ja bis wann eigentlich? Die Antwort fällt sehr unterschiedlich aus je nachdem, welches Land man betrachtet und welche Statistik man heranzieht. Folgt man allein dem Kursverlauf des Dow Jones, dann ging die Krise „nur“ bis 1932.

Damals wurden die Tiefstkurse erreicht, der republikanischen Präsident Hoover, der 1928 noch vollmundig angekündigt hatte, die Amerikaner könnten das Wort „Wirtschaftskrise“ getrost aus ihrem Wortschatz streichen, wurde aus dem Amt gejagt und mit seinem Nachfolger dem Demokraten Franklin D. Roosevelt begann im Jahr darauf die neue Ära des New Deal.

Doch der vielfach gefeierte New Deal war nur ein halber Erfolg. Richtig aufwärts ging es in den Staaten erst ab 1940/41, als die amerikanische Wirtschaft Kriegsgüter produzierte, zunächst vor allem für England, dann nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor vom 7. Dezember 1941 auch für sich selbst.

Deutschland kam schneller aus der Krise heraus. Das lag nicht nur daran, dass im Januar 1933 mit Adolf Hitler ein Mann Reichskanzler geworden war, der wesentlich schneller die Wirtschaft von Friedens- auf Kriegsproduktion umstellte.

Hitler hatte auch den unschätzbaren Vorteil, dass die Regierungen vor ihm, insbesondere die viel gescholtene Regierung Heinrich Brünings, hervorragende Vorarbeiten geleistet hatte. Neben Amerika brauchten auch England und Frankreich länger als Deutschland um wieder aus der Krise herauszukommen.

In Deutschland verschwanden zwar bald nach Hitlers Machtübernahme die Arbeitslosen von den Straßen und die Wirtschaft brummte. Doch der Erfolg war nur einer übertriebenen Rüstung und einem gigantischen Schuldenberg, der gleichzeitig entstand, zu verdanken. Deshalb hilft uns ein Blick auf die Entwicklung der deutschen Aktien während dieser Zeit nicht wirklich weiter.

Homestake Mining: 20 Jahre lang besser als der Dow Jones

Ganz anders die Situation in den USA. Während hier mit dem Dow Jones salopp gesprochen zwischen 1929 und 1939 kein Blumentopf zu gewinnen war, machten die Aktionäre der Homestake Mining ein Vermögen.

Wer 1929 noch vor dem Beginn der Krise 1000 US Dollar in den Dow Jones investiert hatte, war 1949, also immerhin 20 Jahre später, immer noch nicht aus den Verlusten raus. Seine Aktien hatten damals einen Wert von 670 Dollar. So weit zum Thema Aktien sind immer und zu jeder Zeit die beste Kapitalanlage.

Es kommt eben nicht darauf an irgendwelche Aktien oder einfach nur die Standardaktien zu halten, sondern Sie müssen die richtigen Aktien im Depot haben und das waren zwischen 1929 und dem Beginn des 2. Weltkriegs in den USA ganz klar die Goldminenaktien.

Wer sein Aktiendepot 1929 aus 85% Dow Jones und 15% Homestake Mining zusammensetzte, kam immerhin mit deutlich weniger Verlusten durch die Zeit. 1949 hatte sein Depot zumindest einen Wert von 1160 Dollar. Das war zwar keine tolle Wertentwicklung, aber immerhin deutlich mehr als die nur 670 Dollar, die ein reines Dow Jones Depot noch Wert war.

Am besten fuhren die Anleger, die ausschließlich auf Goldminen wie Homestake Mining setzten. 1938 auf dem Höhepunkt der Deflation in den USA stieg ihr Depotwert auf 6.760 US Dollar, wobei Sie noch berücksichtigen müssen, dass die Kaufkraft des Dollars von 1938 aufgrund der Deflation über der eines Dollars von 1929 lag. Selbst 1949 hatte das Homestake Mining Depot mit 4.880 US Dollar immer noch einen satten Vorsprung.

Der Fairness halber muss natürlich gesagt sein, dass auch Goldminen nicht zu jeder Zeit immer das beste Investment waren und ein Anleger deshalb spätestens nach dem Ende des 2. Weltkrieges gut daran tat, den Goldsektor zu verlassen und in andere Werte zu investieren. Doch auch wenn das den Gegnern des gelben Metalls und der Minen nicht gefällt: In der letzten großen Deflation waren das Gold und die Goldminen die Gewinner schlechthin.

Bevor Sie jetzt bei Google die Suche nach der Wertpapierkennnummer von Homestake Mining starten, gestatten Sie mir noch schnell den Hinweis, dass es die Firma nicht mehr gibt. Sie ist inzwischen übernommen worden. Aus diesem Grund investieren wir im Nugget Effekt in andere Goldminen als Homestake Mining.

4. Dezember 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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