Wende oder Strohfeuer?

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Der DAX probt die Gegenbewegung. Ist das bereits die langersehnte Wende? Worauf müssen Sie jetzt achten? Das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Nachdem der DAX-Index zunächst sehr unsicher ins neue Jahr geschlittert ist, konnte er sich in den vergangenen Handelstagen deutlich befestigen.

Gründe waren die Nachricht über einen Fortschritt im Handelsstreit USA/China und gute Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurden die Jahrestiefststände markiert und die Märkte waren überverkauft. Die Gegenbewegung nach oben fiel demnach ganz ordentlich aus, weil die Käufer auf einen vergleichsweise ausgetrockneten Markt trafen.

Werfen wir direkt einen Blick auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

10.650 genommen und jetzt 11.000 als Widerstand!

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index habe ich Ihnen den kurzfristigen Abwärtstrend vom Dezember eingezeichnet (roter Trendkanal).

Er wurde am 04. Januar überwunden und Anschlusskäufe sorgten für einen dynamischen Kursanstieg. Der erste Widerstand bei etwa 10.650 Punkten, den ich Ihnen auch in der vergangenen Woche bereits mitteilte, wurde nach einer kurzen Testpause schnell übersprungen. Der nächste Widerstand liegt nun bei etwa 11.000 Punkten (grüne Widerstandslinie).

Die 10.650er-Marke fungiert somit ab sofort als charttechnische Unterstützung (blaue Horizontale).

Weil die Bewegung nach oben sehr rasch in wenigen Handelstagen erfolgte, sollten Sie davon ausgehen, dass der Index die 11.000 nicht auf Anhieb knacken kann! Die schraffierte Zone stellt den aktuellen Tradingbereich dar.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Doch Fehlsignale?

In der vergangenen Woche hatte ich diese Frage noch in den Raum gestellt. Damals war der DAX-Index auf dem Weg steil nach unten. Er hatte die untere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrends (roter Trendkanal) sogar recht deutlich nach unten verlassen. Sie erkennen jetzt aber im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild den Wiedereintritt in diesen Trendkanal!

Wenn man so will, kann man auch den kleineren schwarzen Trendkanal als Maßstab nehmen. Dennoch war der Ausbruch nach unten aus charttechnischer Sicht wie von mir bereits vermutet ein Fehlsignal!

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Jetzt bleibt abzuwarten, wie der DAX sich an der Widerstandsmarke von 11.000 Punkten schlägt.

Ich rechne mit einer Pause und einem Luftholen. Das wäre das positive Szenario. Sollte der DAX aber nach unten abknicken und erneut unter die Begrenzung fallen, dann sollten Sie neue Tiefststände einkalkulieren.

Aktuell ist Abwarten und Beobachten angesagt.

Ein Sprung über die 11.000 würde dem Index Luft bis zur hellroten Trendlinie geben. Sie liegt aktuell bei etwa 11.400 Punkten.

Zum Abschluss noch ein Blick in den Langfristchart vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Nichts Neues!

Im langfristig immer noch voll intakten Bullenmarkt (übergeordneter dunkelblauer Trendkanal) sehen Sie rechts die aktuell ablaufende scharfe Korrektur!

Es gab in den vergangenen 10 Jahren bereits schon 2 Mal ähnliche Korrekturen (Rote Schulter-Kopf-Schulter-Formationen).

Am Ausmaß der nachfolgenden Kurskorrektur erkennen Sie, dass die aktuelle schon recht fortgeschritten ist. Im Grunde genommen reicht dies rein charttechnisch vollkommen aus, um eine Wende einzuleiten. Der kleine grüne Aufwärtshaken ist ein erstes Hoffnungspflänzchen. Daraus eine Wende zu interpretieren ist aber sehr vage!

Es besteht immer noch ein Restrisiko bis zur unteren Trendbegrenzung des langjährigen Haussetrends (untere blaue Trendlinie). Sie liegt bei etwa 9.000/9.250 Punkten. Darunter darf der DAX dann im Verlaufe des Jahres 2019 nicht sinken, ansonsten droht die Zerstörung des langjährigen Aufwärtstrendkanals.

FAZIT:

Wie in der vergangenen Woche bereits erwähnt, hat das Positive von der Handelsstreitfront USA/China dem DAX eine reelle Chance gegeben, sich zu erholen und die 11.000 ins Visier zu nehmen.

Natürlich beschäftigt uns auch nach wie vor der Brexit! Ein Schwerpunktthema mit Zündstoff für beide Richtungen!

Deshalb mein Rat: Halten Sie sich noch aus dem Markt raus, bis beide Dinge eindeutig geklärt sind und weichen unterdessen auf aktienunempfindliche Produkte wie beispielsweise Gold aus.

Mutige Trader können beim Überwinden der 11.000 ganz kurzfristig in Richtung 11.300/400 spekulieren.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!