Wenn die Politik die Immobilienwirtschaft zu regulieren versucht

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Die Politik wird sich immer in die Immobilienwirtschaft einmischen. Und das ist auch nicht grundsätzlich falsch. Die Ergebnisse lassen uns trotzdem oftmals staunen (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

erinnern Sie sich noch an eine der größten staatlichen Subventionen, die zwischen 1995 und 2005 vielen den Weg in die eigenen vier Wände leichter gemacht hat, zumindest auf den ersten Blick?

Die Eigenheimzulage, rechtlich im Eigenheimzulagengesetz verankert, war ein Katalysator für den Wohnungsbau. Eigennutzer konnten sie in Anspruch nehmen und – wenn sie noch einige Voraussetzungen erfüllten – Zuschüsse (für die Wohnung und optional für Kinder) über die Dauer der Förderung von acht Jahren kassieren.

Soweit so wunderbar. Jedoch hagelte es auch nicht wenig Kritik für diese Art der Subvention. Experten wollten stark erhöhte Baukosten aufgrund der Eigenheimzulage nachgewiesen haben, so dass vor allem die Baubranche profitiert hätte und Käufer kaum etwas gespart hätten.

Ein anderer Kritikpunkt zielte darauf ab, dass die aus Steuergeldern finanziere Zulage auch von denen getragen wurde, die sich gar keine Immobilie leisten konnten und dafür aber die Wohnung ihres Nachbarn bezuschussen durften. Überspitzt formuliert.

Sachkundenachweis Immobilienmakler

Jahrelang wurde dieses Thema von Seiten der Politik mal mehr, mal weniger hochgekocht. Schließlich war 2017 klar, dass der Sachkundenachweis für Immobilienmakler eingeführt werden soll. Natürlich sinnvoll, da Geschäfte vermittelt werden, die in die Hunderttausende oder gar Millionen gehen.

Ein Jahr später: Es wird definitiv keinen Sachkundenachweis für Immobilienmakler geben, immerhin gilt seit 01.08.2018 eine Fortbildungspflicht von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren. Eine einheitliche Mindestqualifikation, ohne die gezielte Schulungen auch kaum möglich sind, wurde versäumt. Und neuerlicher Vorstoß in Richtung Sachkundenachweis ist damit erst einmal auf Jahre vom Tisch.

Bestellerprinzip

„Wer anschafft, muss auch bezahlen“, so könnte das Motto des seit 01.06.2015 für Vermietungen geltenden Bestellerprinzips heißen. Und was in anderen Wirtschaftszweigen gang und gäbe ist, wurde auch hier endlich in der Immobilienbranche verankert.

Viele „Vermietmakler“ wurden totgesagt und doch gibt es immer noch genügend Vertreter am Markt. Auch weil sich diejenigen mit Expertise und überdurchschnittlicher Leistung deutlich von den Mitbewerbern abheben und dem Eigentümer einen echten Mehrwert bieten, als wenn dieser sich selbst an der Vermietung versuchen würde. Nun steht das Bestellerprinzip auch für den Verkauf an und Maklervertretungen laufen im Protest wieder zur Hochform auf. Entschieden ist dabei noch nichts.

Fazit:

Ich will Ihnen mit den vorhergehenden Schilderungen folgendes mitteilen:

  • Machen Sie sich als Privatinvestor nicht zu viele Gedanken während der politischen Diskurse. Die Ergebnisse haben mit dem Hin und Her im Vorfeld meist wenig zu tun.
  • Jede politische Entscheidung hat nicht nur Vor- oder nur Nachteile. Es kommt darauf an, dass Sie die neuen Gegebenheiten zu Ihrem Vorteil zu nutzen wissen.

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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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