Wer wagt, gewinnt? Oder wiederholt sich 2018!

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Die DAX-Bullen wagen sich vor! Aber es fehlt noch etwas! Was das ist und worauf Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Positive Daten vomEinkaufsmanagerindex für dasDienstleistungsgewerbe, der um +1,6 Punkte auf 53 Punkte zulegen konnte, sorgten am gestrigen Handelstag für gute Stimmung.

Ebenfalls positiv wurde das für Donnerstag kurzfristig anberaumte Treffen zwischen May und Juncker aufgenommen. Man erhofft sich Nachverhandlungen für einen möglichen Brexit-Deal.

Allerdings trübte sich heute bereits wieder die Stimmung leicht ein, denn überraschend schwache Daten vom Auftragseingang des verarbeitenden Gewerbes (-1,6% zum Vormonat und -7,0% zum Vorjahresmonat) bremsten die gute Stimmung.

Die DAX-Bullen haben sich vorgewagt und jetzt kommt es darauf an, ob weitere positive Impulse den DAX über die Widerstände treiben können. Diese könnten morgen von den Brexitverhandlungen kommen oder von guten Fortschritten im Handelsstreit zwischen China und den USA. Donald Trump sprach heute Nacht vor dem Kongress und forderte einen zügigen Deal, allerdings zu seinen Bedingungen.

Sie sehen also, positiv und negativ liegen nah beieinander und deshalb ist eine Prognose für den DAX-Verlauf in den kommenden Wochen ein Stochern im Nebel. Zu schnell können sich die Dinge verändern!

Werfen wir einen Blick auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Zwei Bänder umrahmen den kurzfristigen Tradingspielraum!

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index gibt es im Wesentlichen 2 Bereiche, auf die Sie achten sollten.

Das ist zum einen der Widerstandsbereich oben (roter Kasten), an dem der DAX sich aktuell zu schaffen macht und andererseits die Unterstützungszone (grüner Kasten) zwischen 10.950 und 11.000 Punkten.

Dazwischen befindet sich noch an der 11.200er-Marke eine weitere leichte Unterstützung (schwarze Trendlinie).

Es dreht sich hier lediglich um kurzfristige Chartmarken, die den Index umschließen.

Achten Sie dennoch auf diese Marken! Denn ein Bruch kann nicht nur Folgepotenzial eröffnen, sondern auch den Trend für die nächsten Wochen vorgeben.

Weitere Ziele an der Oberseite sind aus dem kurzfristigen Trend nicht abzuleiten. Betrachten wir dazu das mittelfristige Chartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

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Knabbern am mittigen Widerstand im Abwärtstrendkanal!

Sie erkennen im mittelfristigen Chartbild einen schönen fast mustergültigen Abwärtstrendkanal (dunkelroter Trendkanal).

Aktuell befindet sich der DAX in der Mitte des mittelfristigen Abwärtstrendkanals (mittlere Trendlinie). Diese, wenn man so will, „Mittellinie“ des Abwärtstrendkanals hat durchaus einen signifikanten Widerstandscharakter! Es gab in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Bestätigungssignalen (rote Punkte). Erst wenn es dem DAX gelingt, diese zu überwinden, darf von weiter steigenden Kursen geträumt werden.

Ein Ausbruchsversuch könnte durch positive Signale von der Brexit- und/oder Handelskonflikt-Front gepusht werden!

Als Maximalziel steht die obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrends zur Debatte. Sie notiert aktuell bei etwa 12.100 Punkten, fällt aber trendbedingt Woche für Woche ab.

Das Gleiche gilt für die Unterseite, wobei hier bei 10.900/11.000 die recht gute auch schon aus der Kurzfristanalyse bekannte Unterstützung helfen sollte!

Zum Abschluss noch ein Blick in den Langfristchart vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Im Niemandsland der Tradingzone!

Im langfristigen Chartbild hat sich trotz der guten Wochengewinne rein gar nichts gegenüber der vergangenen Woche verändert!

Der DAX befindet sich inmitten eines voll intakten langfristigen Aufwärtstrends (übergeordneter dunkelblauer Trendkanal).

An der Oberseite wartet die 11.800/12.000er-Marke (grüne Widerstandslinie), an der Unterseite der Tiefpunkt aus 2017 (hellblaue Unterstützungslinie). Er lag bei 10.250 Punkten.

FAZIT:

Übergeordnet bleibt uns die Tradingzone von 10.250 bis 11.800/12.000 Punkten erhalten!

Kurzfristig könnte ein positiver Impuls (Brexit / Handelskonflikt) dazu führen, dass der DAX sich in die obere Hälfte des mittelfristigen Abwärtstrendkanals kämpft. Das gelingt bei Dax-Ständen oberhalb von 11.375/11.400 Punkten.

Sollte das tatsächlich gelingen, dann sind die Parallelen zu 2018 schon sehr auffällig! Denn auch im vergangenen Horror-Jahr stieg der DAX ähnlich stark im 1. Quartal, bevor dann im Sommer der bekannte Stimmungswechsel geschah.

Ich bleibe neutral, bis sich klare Trends abzeichnen.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!