Wettanbieter GVC und Konkurrent Ladbrokes Coral suchen Schulterschluss

Alle guten Dinge sind bekanntlich 3 – Im 3. Anlauf soll der Zusammenschluss zwischen den britischen Wettanbietern GVC und Ladbrokes Coral klappen.

Der Ausgang der laufenden Übernahme-Gespräche ist zwar noch offen, doch die Chancen für einen Deal stehen ausgezeichnet.

Denn durch die Glücksspiel-Branche rollt eine Übernahme-Welle, und gerade der Online-Markt profitiert von Größe.

Hinzu kommt, dass der Ladbrokes-Coral-Chef Jim Mullen erst vor Kurzem sagte, dass eine weitere Branchen-Konsolidierung unvermeidlich sei.

Fortgeschrittene Gespräche münden wahrscheinlich in Fusions-Ankündigung

Bei Bekanntgabe der Übernahme-Gespräche sagte Mullen, die Spitzen beider Firmen seien der Ansicht, dass eine Transaktion einen erheblichen Mehrwert für die Aktionäre liefere.

Es wurde bereits eine Einigung über den Preis erzielt, und es steht auch schon fest, dass GVC-Boss Kenny Alexander das gemeinsame Unternehmen leiten wird.

Und so wäre es doch eine echte Überraschung, wenn der Zusammenschluss noch auf der Zielgeraden scheitern würde.

Klappt alles wie geplant, geht die Bwin-Mutter, zu der auch die Online-Poker-Plattform partypoker gehört, mit dem größten Buchmacher des Landes zusammen.

Aktien der beteiligten Konzerne haussieren

Die Investoren der beiden Unternehmen reagierten auf die Bekanntgabe der Fusions-Gespräche deutlich positiv.

Besonders die Anteilseigner des kleineren Fusions-Partners Ladbrokes Coral begeistert die Aussicht auf einen Deal:

So rücken Ladbrokes-Coral-Aktien kurz nach Handelsbeginn an der Londoner Börse um 26,5% vor.

Auch die GVC-Investoren sind angesichts der großen Kosten-Vorteile des Übernahme-Plans euphorisch:

Zwar reicht es nicht für ein 2-stelliges Plus, doch das Papier liegt mit +7,5% zu Handelsbeginn ebenfalls sehr fest im Markt.

Aktie über Mindestpreis: Markt rechnet mit Zusammenschluss

GVC bietet den Aktionären des kleineren Fusions-Partners bis zu 3,9 Mrd. Pfund.

Wie hoch der Preis letztendlich sein wird, hängt von einer kommenden regulatorischen Entscheidung ab, die den künftigen Gewinn der Wettbüro-Kette Ladbrokes Coral erheblich beeinflussen wird.

Gezahlt werden allerdings mind. 3,1 Mrd. Pfund. Je Aktie erhalten die Investoren 0,327 britische Pfund (GBP) in bar und 0,141 GVC-Aktien.

Die beiden Parteien einigten sich darüber hinaus auf ein sogenanntes Contingent Value Right (CVR) in Höhe von bis zu 0,428 GBP.

Basierend auf den aktuellen GVC-Kurs werden also mind. 1,71 britische Pfund fließen.

Der aktuelle Ladbrokes-Aktienkurs liegt bei 1,73 GBP – ein Zeichen dafür, dass der Deal als sehr wahrscheinlich erachtet wird und auch ein Teil des CVRs zur Auszahlung kommt.

Variabler Übernahme-Preis bringt Fusions-Partner auf eine Linie

CVRs sind in Situationen, in denen nicht klar ist, wie der Übernahme-Kandidat in einem Jahr operativ dastehen wird, ein äußerst gutes Mittel, um einen Deal zu retten.

Im vorliegenden Fall geht es um Wett-Terminals in den 3.500 Filialen, die für rund 60% des Ladbrokes-Coral-Gewinns verantwortlich sind.

Dort würde eine Begrenzung des Einsatzes zur Bekämpfung von Spielsucht sich massiv auf den Gewinn auswirken.

Aktuell können Zocker an den Geräten alle 20 Sek. 100 Pfund bei Blackjack, Roulette und ähnlichen Spielen verjubeln.

Überlegt wird, den max. Einsatz auf 2 Pfund zu reduzieren, es ist aber auch lediglich eine Halbierung auf 50 Pfund im Gespräch.

Für GVC ist es ein unkalkulierbares Risiko, sodass ein an die kommende Regulierung gekoppelter Übernahme-Preis beide Seiten zufriedenstellt.

Vielleicht ist das CVR sogar der Grund dafür, dass man sich nach 2 gescheiterten Anläufen dazu entschieden hat noch einmal zu verhandeln.

7. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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