Wettbewerb in der Rückversicherung bleibt eine Herausforderung

Die Konsolidierungswelle unter den Rückversicherern wird angesichts des Preisdrucks in der Branche weitergehen. Branchenprimus Munich Re aber auch Swiss Re liefern dennoch gute Zahlen ab. (Foto: Birgit Reitz-Hofmann)

Mit einem Ergebnis von rund 1,1 Mrd. € hatte die Munich Re ein sehr erfolgreiches Quartal.

Ähnlich wie im 1. Quartal half der Munich Re auch im 2. Quartal eine unterdurchschnittliche Schadenbelastung aus Naturkatastrophen.

Hinzu kam ein überdurchschnittliches Kapitalanlage-Ergebnis. Die Zahlen sind gut, aber der Wettbewerb in der Rückversicherung bleibt eine Herausforderung.

Trotz eines auch insgesamt weiter unsicheren Umfelds ist die Ertragskraft des Kerngeschäfts jedoch nach wie vor bemerkenswert.

Erfreulich ist das Wachstum der Versicherungs-Märkte Asiens, das ein Motor für das Geschäft der Munich Re bleibt.

Nicht nur Munich Re, auch Swiss Re mit guter Entwicklung

Auch das Geschäftsmodell der Swiss Re hat sich im 1. Halbjahr bewährt; Die guten Ergebnisse bauen auf die langjährigen erfolgreichen Underwriting- und Anlagestrategien auf.

Trotz der weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung in verschiedenen Regionen – belegt durch historisch tiefe Zinsen – erzielte Swiss Re ein starkes Anlage-Ergebnis.

Auf der anderen Seite belastet die schwache Konjunktur in vielen Märkten das Erstversicherungs-Geschäft; Dies dämpft auch die Nachfrage nach Rückversicherungen.

Die Konsolidierungs-Welle unter den Rückversicherern wird angesichts des Preisdrucks in der Branche weitergehen.

Dass sich dadurch der Preisdruck vermindert, weil damit Kapazitäten aus dem Markt genommen würden, ist aber nicht zu erwarten.

Die Klimafolgen-Versicherung

Eine faszinierende Idee, deren Zeit gekommen zu sein scheint, ist die Klimafolgen-Versicherung.

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Entwicklungs- und Schwellenländer verfügen i. d. R. nur über unzureichende Ressourcen zur Anpassung an Klimaveränderungen und leiden nach Naturkatastrophen unter humanitären Katastrophen und Rückschlägen in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

Um Abhilfe zu schaffen, sind jetzt die Versicherer mit innovativen und einfachen Deckungs-Konzepten gefordert.

Wie dies konkret aussehen könnte, zeigt das Beispiel der „African Risk Capacity“, ein Versicherungspool für eine Reihe afrikanischer Staaten, für die Munich Re und Swiss Re Rückdeckung bereitstellen.

Dieses Deckungs-Konzept schützt die teilnehmenden Staaten vor den finanziellen Folgen von Dürren.

Allianz gleicht Pimco-Rückgänge aus

Nach dem Abgang von Star-Investor Bill Gross fiel das verwaltete Anlage-Volumen des Total Return Fonds der US-Fondstochter Pimco erstmals seit mehr als 8 Jahren unter die Marke von 100 Mrd. $.

Am Hochpunkt im April 2013 hatte es noch 293 Mrd. $ betragen.

Die nicht gestoppten Mittel-Abflüsse der Vermögensverwaltungs-Tochter Pimco konnte die Allianz bisher durch die Ergebnis-Entwicklung der Bereiche Schaden-Unfall- sowie Lebens- Krankenversicherung mehr als ausgleichen.

Bei der Allianz und ERGO – das ist der Erstversicherer der Munich Re – haben die klassischen Lebenspolicen ausgedient.

Während der Branchenprimus bevorzugt Altersvorsorge-Produkte anbietet, bei denen in der Anspar-Phase nur das eingezahlte Kapital sicher ist, setzt die ERGO auf fondsgebundene Policen.

Kunden der Lebensversicherung aller Versicherer müssen schon seit Längerem mit sinkenden Garantie-Zinsen und Ablauf-Leistungen vorliebnehmen.

In diesem Umfeld ist die Allianz mit ihrem breit diversifizierten Geschäftsmodell, das für einen ausgewogenen Ergebnis-Mix sorgt, gut aufgestellt und verfügt im Branchenvergleich über eine herausragende Kapital-Ausstattung.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.