Wichtige Chartmarken im August 2019: Die großen Indizes kämpfen mit der EMA 200!

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200-Tagelinien werden von Fondsmanagern immer gerne betrachtet. Doch wann macht es gar keinen Sinn oder wie verhalten sich die Indizes im Moment? (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der große Abverkauf ist vorerst gestoppt. Ist das nur eine kurze Zwischenerholung auf dem Weg nach unten oder können die Bullen hier wirklich schon das Ruder herumreißen?

Gerne wird an kritischen Punkten die exponentielle 200-Tagelinie betrachtet. Danach richten sich auch die Fondsmanager. Wir schauen uns heute einmal an, wo die großen Indizes hier jeweils stehen und wie es weitergehen kann.

S&P 500: EMA 200 unterschritten, aber zurückerobert

Bereits im Mai / Juni notierten die Kurse zwei Tage unter der blauen EMA 200. Doch dann kam die prompte Reaktion. Das könnte es auch dieses Mal werden, wenn die Bullen jetzt am Ball bleiben.

Sollten die Kurse allerdings länger unter der 200-Tagelinie notieren, könnte das ein eindeutiges Zeichen sein. Dann werden wir in Zukunft vermehrt rote Tageskerzen sehen. Ein Bruch unter diese wichtige Linie ist definitiv Bären-Territorium.

Ein Index alleine betrachtet, erklärt uns aber noch nicht den gesamten Markt. Schauen wir, was der DAX im Vergleich zeigt.

DAX: EMA 200

Der DAX hat die 200-Tagelinie bereits deutlich unterschritten. Das ist ein negatives Zeichen. Im Juni waren wir auch nur zwei Tage darunter und dann ging es wieder Richtung Norden.

Der März gibt uns allerdings ein wenig Vertrauen, oder? Hier waren wir schließlich über eine Woche unter der EMA 200 und dann ging weiter hoch.

Jein, denn da hatten wir noch nicht wirklich die 200-Tagelinie bezwungen. Ein oder zwei Mal ein Tagesschluss darüber und das war es auch schon. Wir kamen im Februar und März von unten und haben die EMA 200 getestet. Danach folgte ein Rückläufer, der mehr als eine Woche dauerte. Erst im zweiten Anlauf wurde die Linie bezwungen. Insofern können wir die Situation mit der jetzigen kaum vergleichen.

Also alles auf Rot im DAX?

Es sieht tatsächlich nicht gut aus. Der DAX hat schon deutlich mehr verloren, als die US-Indizes. Außerdem haben wir August und da geben die Indizes gerne einmal Punkte ab. Dass der DAX sich im August noch über die 12.000 Punktemarke kämpft, darf aktuell bezweifelt werden. Heranlaufen – mit den passenden geopolitischen News – vielleicht. Aber sie nachhaltig bezwingen? Das wäre schon ein kleines Wunder, zumindest aus aktueller Sicht.

NASDAQ 100: EMA 200 – dasselbe Bild wie beim S&P 500

Der Chart sieht fast identisch aus – aber nur, damit Sie es auch einmal sehen, wie einig sich die US-Indizes sind. Auch der NASDAQ 100 hat die EMA 200 schon wieder zurückerobert. Der Bullenmarkt kann somit weitergehen.

Spannend wird es auch hier erst, sollten wir länger südlich des Bereich von 7.300 Punkten notieren.

FTSE 100: EMA 200 – die Ausnahme der Regel

Schauen wir auf die Insel. Im Zeichen des Brexits geht es hier besonders stark rauf und runter. Das betrifft insofern auch die 200-Tagelinie. Wer danach handeln will, muss derzeit einen Bogen um den FTSE 100 machen. Denn hier pendeln die Kurse um die EMA 200 herum, ohne dass sie uns eine wegweisende Richtung verraten.

Dieses Beispiel ist wichtig, denn Sie sehen: Jede Börsenregel hat ihre Ausnahme. Dass der FTSE 100 aktuell unter der EMA 200 notiert ist kein Drama. Das hat er dieses Jahr schon oft genug getan. Wichtiger ist jetzt eher, ob der Bereich um 7.100 Punkte hält, denn dieser hat bereits seit März als gute Unterstützung fungiert.

Fazit:

Die Indizes und die EMA 200: in den USA hui – in Europa pfui. Auch daran erkennen Sie, welche Seite aktuell mehr Macht hat und die Märkte lenkt. Der DAX hinkt traditionell hinterher. Wenn jetzt noch ein Handels- und Währungskrieg die zarte Pflanze des DAX belastet – dann dürfen Sie dreimal raten, wer hier zuerst einknickt.

Trump kann auch jederzeit seine Indizes wieder anheben, indem er einfach die Strafzölle aufhebt. Und schwupps – schon stehen wir wieder vor dem Allzeithoch. Diesen Joker wird er vermutlich aber erst vor der Wahl ausspielen. Der DAX ist da etwas träger. Die aktuelle Tendenz ist hier eher Richtung 11.000 Punkte, als dass wir jetzt schnell die 12.000 erklimmen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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