Wichtiger Börsen-Termin: Der nächste Hexensabbat steht bevor

Haben Sie schon einmal von einem „Hexensabbat“ gelesen und nicht gewusst, was das ist? – Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat: (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Den langjährigen Stammlesern unter Ihnen wird das Folgende keinen Schrecken einjagen:

Morgen ist es wieder soweit: Zum 3. Mal im Börsenjahr 2017 steht der „3-fache Hexensabbat“ an.

Der 3-fache Hexensabbat

Der ist auch als großer Verfallstag bekannt, denn an diesem Tag verfallen weltweit gleich 3 Arten von Anlagen:

  1. die Optionen auf Einzelaktien,
  2. die Optionen auf Indizes,
  3. die Terminkontrakte auf Indizes.

Und an diesen Tagen geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu.

Der große Verfallstag ist jeweils am 3. Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Der Hexensabbat gilt in Börsenkreisen auch als „der Tag der Abrechnung“. Das wird auch morgen wieder der Fall dein.

Denn: Viele Fonds, Hedgefonds und Investment-Banken sind in Terminkontrakten investiert, die morgen um 12 Uhr abgerechnet werden.

Im Vorfeld wird daher versucht, die Basis-Indizes (DAX, Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Wenn sich viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale stark ausschlagen.

So läuft ein sogenannter Hexensabbat ab

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investition in laufzeitgebundene Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen.

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse.

Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht.

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Ein Beispiel:

Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen.

Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basis-Preis, macht man als Besitzer dieser Option einen Gewinn.

Der Verkäufer hingegen macht einen Verlust, weil er die Aktie nicht zu dem inzwischen höheren Preis an der Börse verkaufen kann.

Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen.

Während der Verkäufer aus dem genannten Beispiel versucht, den Kurs durch Verkäufe unter den Basis-Preis zu drücken, versucht der Käufer der Option das Gegenteil zu erreichen.

Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handels-Volumen mit heftigen Kursschwankungen kommen.

Welche Bedeutung der Hexensabbat für Sie als Privat-Anleger hat

I. d. R. können Kleinanleger keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschehnisse am Hexensabbat nehmen.

Die großen und bestimmenden Akteure sind beispielsweise Banken, Versicherungen und Fondsmanager.

Für gewöhnlich haben die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden heftigen Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kurs-Entwicklung.

Innerhalb kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und die Kurse pendeln sich zumeist wieder auf dem vorherigen Niveau ein.

Sie können sich also beruhigt zurücklehnen und das Schauspiel von der Seitenlinie aus betrachten.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.