Wichtiger Kurstreiber in Krisenzeiten

Seit dem starken Börseneinbruch im August dümpeln die Aktienkurse weltweit vor sich hin. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Seit dem starken Börseneinbruch im August dümpeln die Aktienkurse weltweit vor sich hin.

Der deutsche Leitindex DAX30 bewegt sich derzeit ebenso wie sein US-amerikanisches Pendant S&P 500 auf demselben Niveau wie vor 3 Wochen.

Umso wichtiger ist es in dieser Phase, Aktien zu identifizieren, die einen zusätzlichen Kurstreiber besitzen.

Als einen solchen erwies sich in den vergangenen Jahren besonders der Aktienrückkauf. Gleich mehrere Punkte sprechen für diese Kapitalmaßnahme.

Erstens: Unternehmen stärken den Kurs ihrer eigenen Aktie. Im Rahmen eines Aktienrückkauf-Programms erwerben sie ihre eigenen Wertpapiere – normalerweise direkt an der Börse.

Dadurch erhöhen sie die Nachfrage und stärken bereits so den Kursverlauf der eigenen Aktie.

Der nächste Schritt ist noch entscheidender: I. d. R. ziehen Unternehmen die zurückgekauften Aktien ein. Das heißt: Sie vernichten sie buchstäblich.

Da so die Gesamtzahl der Aktien sinkt, gewinnt jede Aktie automatisch an Wert. Denn der Unternehmens-Gewinn wird auf weniger Aktien verteilt.

Aktionäre erhalten automatisch eine höhere Dividende

Durch die geringere Aktienanzahl erhält jeder einzelne Aktionär einen größeren Anteil am Unternehmens-Gewinn – und auch von der Dividendensumme bekommt jeder einzelne Aktionär mehr.

Verringert ein Unternehmen beispielsweise seine Aktienzahl um 10% von 100 Mio. auf 90 Mio. Aktien. So steigt bei gleichbleibender Dividendensumme die Dividende je Aktie direkt um 12,5%!

Schließlich sorgen auch diese spürbaren Vorteile für eine deutlich steigende Nachfrage. Am Ende klettert der Aktienkurs immer weiter nach oben.

Und tatsächlich steigen die Kurse der Aktienrückkäufer deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

So ist in den vergangenen 3 Jahren der S&P 500 Buyback Index, der die 100 US-Konzernen mit den größten Rückkauf-Programmen umfasst, deutlich besser gelaufen als der Vergleichsindex S&P 500 und das deutsche Börsenbarometer DAX.

Während sich der Buyback-Index (zu deutsch: „Rückkauf-Index“) mit einem Plus von 93,17% fast verdoppelte, schnitt der US-amerikanische Leitindex S&P 500 mit 64,44% deutlich schlechter ab.

Auch der DAX kann mit 74,14% bei Weitem nicht mithalten.

Aktienrückkauf ist nicht gleich Aktienrückkauf

Doch Achtung: Die Ankündigung eines Rückkauf-Programms kann auch eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Aktie auslösen.

Dies kann beispielsweise eintreffen, wenn sich das Unternehmen das Rückkauf-Programm eigentlich nicht leisten kann und dadurch notwendige Investitionen für den Geschäfts-Ausbau vernachlässigt.

Wichtig ist auch der Preis, zu dem die Aktien zurückgekauft werden. Nur wenn die Aktie aktuell unterbewertet ist, kann das Rückkauf-PProgramm für die Aktionäre eine Wertsteigerung bedeuten.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.